Corona-Pandemie

Schärfere Regeln auf dem Wittenberger Weihnachtsmarkt zeigen Wirkung

Strenge Maßnahmen werden nun öfter kontrolliert. Was Stichproben auf dem Weihnachtsmarkt, im Restaurant und beim Friseur ergeben haben.

Von Marcel Duclaud 11.12.2021, 10:00
Kontrolleure auf dem Wittenberger Weihnachtsmarkt:  Es  gibt  nicht viel zu bemängeln.
Kontrolleure auf dem Wittenberger Weihnachtsmarkt: Es gibt nicht viel zu bemängeln. Foto: Thomas Klitzsch

Wittenberg/MZ - Yannik schaut genau hin. Der junge Mann steht am Eingang des Wittenberger Weihnachtsmarktes und lässt sich die Nachweise zeigen: den gelben Impfausweis oder das Handy mit dem Zertifikat, das den Impfschutz dokumentiert. Auch nach einem Lichtbildausweis fragt er. „Wir hatten schon Fälle, da sind einfach die Handys getauscht worden.“ Ärger gibt es kaum, die Menschen, die am Freitagmittag den Markt besuchen wollen, wissen Bescheid, stellen sich geduldig in die Schlange und haben die Nachweise parat.

Holger Zubke, Fachdienstleiter bei der Kreisverwaltung, nickt zufrieden: „Das wird hier offensichtlich sehr korrekt gehandhabt.“ Seit Freitag gelten strengere Regeln auf dem Weihnachtsmarkt: 2G, Testen reicht nicht mehr, Maskenpflicht sowieso. Wer sich nicht daran hält, kann sich, wird er erwischt, ein 50 Euro teures Bußgeld einfangen.

Eine Reihe von Verstößen festgestellt

Ordnungsamtschef Zubke hat das schon anders erlebt. Er war am vorigen Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt - und musste eine ganze Reihe von Verstößen registrieren: schlecht eingewiesene Einlasskräfte, die die Maske nicht korrekt tragen, an den Ständen zu wenig Abstand: „Wir haben den Betreiber einbestellt und ein ernstes Gespräch geführt.“ Ergebnis: Der Markt darf offen bleiben, als einer der wenigen weithin, die Regeln aber werden verschärft.

Die Kontrollen ebenfalls. Die Stadt schaue nach dem Rechten, der Landkreis, der Betreiber auch. An diesem Sonntag, kündigt Zubke schon mal an, wird es eine Kontrolle geben, die Landkreis und städtischer Ordnungsdienst gemeinsam vornehmen.

Ordner trägt Maske unter der Nase

Am Freitag ist der Fachdienstleiter mit einem Mitarbeiter vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Regelverstöße sind kaum zu sehen, allerdings ist es auch noch nicht Abend und der Glühweinkonsum hält sich in Grenzen. Ein Ordner trägt die Maske unter der Nase, ein junger Mann unterm Kinn. Beide werden freundlich auf die Fehler hingewiesen, Bußgelder bleiben (noch) lediglich eine Drohung.

Dann gibt es die „Grauzonen“. Wie ist das mit Rauchern, die ohne Maske herumlaufen? Sie müssen zumindest stehen bleiben. Wie ist das mit Verkäufern, die hinter Plexiglas ihren Job verrichten? Sie dürfen die Maske abnehmen, wenn das Plexiglas ausreichend Schutz bietet, was eindeutig nicht überall der Fall ist.

Weniger Besucher mit 2G

Eberhard Heieck, der Organisator des Weihnachtsmarktes, fragt bei den Kontrolleuren nach, wie die Details zu handhaben sind. „Man versucht doch, das Richtige zu machen.“ Er berichtet von Ordnern, die er wechseln musste, weil sie die Sache nicht ernst genug genommen haben.

Dass mit 2G nun weniger Besucher kommen, ist allen klar. „Manche haben Angst, manche wollen sich nicht kontrollieren lassen.“ Die Betreiber der Stände seien nicht begeistert, räumt Heieck ein, aber sie sind doch froh, dass es weitergeht und sich noch ein bisschen Geld verdienen lässt. Die große Mehrheit des Publikums, hat Heieck beobachtet, akzeptiere die strengen Regeln, aber Querulanten gebe es auch, im Zweifelsfall muss die Polizei geholt werden.

Für Zubke und seinen Mitstreiter ist die Tour noch nicht zu Ende. Der Fachdienstleiter springt mal eben in einen haltenden Bus, er sieht von draußen einen Fahrgast, der die Maske unterm Kinn trägt. Der erschrickt ein bisschen und rückt sie zurecht.

Anhand einer Checkliste wird Einhaltung der Regeln geprüft

Nächste Station ist das Carpe Diem. Ein trauriger Anblick - kein Gast sitzt im Restaurant. Sämtliche Weihnachtsfeiern, berichtet Betreiber Konstantinus Tsiflidis, seien abgesagt. Kontrolliert wird trotzdem. Anhand einer Checkliste prüfen die Männer vom Fachdienst Ordnung, ob alles seine Richtigkeit hat: Anwesenheitsnachweis, Hygienekonzept, gut sichtbare Aushänge, die Toilette wird in Augenschein genommen. Alles in Ordnung, bis auf eine Kleinigkeit - das Desinfektionsmittel am Eingang hilft gegen Bakterien, nicht gegen Viren.

Nicht alles in Ordnung ist hingegen beim Friseurladen, dem der nächste Besuch gilt. Keine Kontrolle beim Einlass, keine Maske beim Haareschneiden. „Das läuft auf ein Bußgeldverfahren hinaus“, kündigen die beiden Kontrolleure vom Landkreis an.