Pflanzzeit im Klimawald

Oranienbaum-Wörlitz pflanzt knapp 20.000 Laubbäume

Dank Unterstützung von „Bauhaus“ und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat die Stadt Oranienbaum-Wörlitz nun fast 20.000 Laubbäume mehr.

Von Von Andreas Behling
Prima Klima. Christoph Rullmann, Bundesgeschäftsführer der SDW, und Thorsten Kosmol (Bauhaus-Geschäftsführer für Nord-Ost, Berlin) mit Maik Strömer, dem Bürgermeister der Stadt  Oranienbaum-Wörlitz
Prima Klima. Christoph Rullmann, Bundesgeschäftsführer der SDW, und Thorsten Kosmol (Bauhaus-Geschäftsführer für Nord-Ost, Berlin) mit Maik Strömer, dem Bürgermeister der Stadt Oranienbaum-Wörlitz Foto: Behling

Oranienbaum-Wörlitz/MZ - Die Stadt Oranienbaum-Wörlitz ist Nutznießer eines Projektes geworden, das auf einer Kooperation zwischen „Bauhaus“, dem europaweit agierenden Spezialisten für Werkstatt, Haus und Garten, und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) beruht. Ziel der beiden Partner ist es, bis zum 31. Dezember 2022 bundesweit eine Million Bäume zu pflanzen, um die Wälder des Landes auf den Klimawandel vorzubereiten. Gestartet worden war die Aktion am 15. Februar 2020.

50.000 Euro Zuwendung

Eine Bewerbung war von der Kommune ins Kalkül gezogen worden, weil alle damit verbundenen Voraussetzungen erfüllt werden konnten. Zu diesen gehörte zum Beispiel eine Zertifizierung. Nach dem Einreichen der Unterlagen für eine Förderung im November vorigen Jahres erhielt die Verwaltung Ende Januar 2021 die Information, dass mit einer Zuwendung zu rechnen ist. Von der Unterstützungssumme, die sich auf 50.000 Euro belief, konnten nun auf einer zwei Hektar großen Fläche 19.500 junge Bäume gepflanzt werden.

Mit 15.000 Exemplaren stellt die Traubeneiche die absolute Mehrheit dar. Zu diesen Setzlingen gesellen sich 2.000 Winterlinden, 2.000 Hainbuchen sowie eine Auswahl von 500 einheimischen Bäumen zweiter Ordnung, die einen hochwertigen ökologischen Waldrand bilden. Aufgezogen worden sind die Gewächse in der lokalen Baumschule Stackelitz, sodass hier - wie die Stadtverwaltung betont - der Nachhaltigkeit besonderer Ausdruck verliehen wurde. Gepflanzt wurde sowohl maschinell als auch per Hand.

Die Neuanpflanzungen ersetzen den Vorbestand, bei dem es sich um knapp 100-jähriges Kiefernaltholz handelte. Dieses war infolge der Dürreperioden von 2018 bis 2020 und der Massenvermehrung von Sekundärschädlingen wie dem Zwölfzähnigen Kiefernborkenkäfer und dem Großen Blauen Kiefernprachtkäfer abgestorben.

Mischbestände geplant

„Die Aufforstung ist ein wichtiger Beitrag, um die Biodiversität im Stadtwald zu erhöhen“, schätzte Ordnungsamtsleiter Falk Müller ein, der die Aktion für die Stadt begleitete. Mit ihr komme man dem Ziel näher, den avisierten Laubholzanteil von mindestens 30 Prozent im Oberstand zu gewährleisten.

Die Firma „Bauhaus“ hatte 2020 ihr 60-jähriges Firmenjubiläum gefeiert und dies nach eigenem Bekunden zum Anlass genommen, „ein klares Zeichen für nachhaltiges Handeln“ zu setzen. Dem Ziel, bundesweit mindestens eine Million Bäume zu pflanzen - die Kampagne ist mit „Weil es richtig wichtig ist“ überschrieben -, ist das Mannheimer Unternehmen aus der Do-it-your-self-Branche mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald schon recht nahegekommen. Mittlerweile - Stand Anfang Juni 2021 - sind 497.520 Bäume gepflanzt worden.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Wiederaufforstung degradierter Waldflächen und einem Waldumbau, der an den Klimawandel angepasst ist. In dem Rahmen sollen standortgerechte Mischbestände etabliert werden. Ausgewählte Pflanzprojekte - und hier reiht sich nun auch der Stadtwald Oranienbaum-Wörlitz ein - werden mit einer Förderung belohnt, die aus einem pauschalen Zuschuss besteht, der zweckgebunden für die Pflanzware, die Pflanzung und die Erstpflege der Setzlinge verwendet wird.