Kinderkirchentag in Bergwitz

Kinderkirchentag in Bergwitz: Mut zur Entscheidung

Bergwitz - Von unten sieht die Strickleiter an der großen Linde gar nicht so lang aus. Doch wer sich an die Mutprobe wagt, erkennt schnell: Hier heißt es durchhalten. Helene aus Pratau schafft es sogar bis ganz oben und kann die Glocke läuten. „Das ist gut, aber anstrengend“, findet die Zehnjährige nach ihrem Ausflug in die Höhe. Joel kapituliert nach wenigen Stufen: „Das schaffe ich nicht.“ „Aber du hast es wenigstens versucht“, tröstet ihn Uwe Kretschmann, der gemeinsam mit seinem Bruder Jens diese Form der Erlebnispädagogik anbietet und am Sonnabend in Bergwitz die Kinder ...

Von Karina Blüthgen

Von unten sieht die Strickleiter an der großen Linde gar nicht so lang aus. Doch wer sich an die Mutprobe wagt, erkennt schnell: Hier heißt es durchhalten. Helene aus Pratau schafft es sogar bis ganz oben und kann die Glocke läuten. „Das ist gut, aber anstrengend“, findet die Zehnjährige nach ihrem Ausflug in die Höhe. Joel kapituliert nach wenigen Stufen: „Das schaffe ich nicht.“ „Aber du hast es wenigstens versucht“, tröstet ihn Uwe Kretschmann, der gemeinsam mit seinem Bruder Jens diese Form der Erlebnispädagogik anbietet und am Sonnabend in Bergwitz die Kinder sichert.

Es ist Kinderkirchentag in Bergwitz, rund 140 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren aus dem Kirchenkreis Wittenberg sind der Einladung gefolgt. Der Gottesdienst am Anfang verrät das Thema des Tages: „Manchmal musst du dich entscheiden.“ Es geht in der Spielszene (ein Kind findet 50 Euro) um ein klassisches Dilemma (Geld behalten oder zurückgeben). „Die Kinder sollen selbst eine Lösung finden“, verweist Dorothea Kiffner, Kreisreferentin für gemeindliche Arbeit mit Kindern und Familien im Kirchenkreis Wittenberg, darauf, dass das Ende bewusst offen gelassen wurde.

Seit vielen Jahren bietet das Gelände um das Bergwitzer Gemeindehaus Raum für Spiel und Spaß, für Basteln in der Gruppe oder Raum für das persönliche Gebet. Elf Stationen können die Kinder erkunden und erleben. Da wird ein bunter Stift, an Fäden gezogen von sechs Mitspielern, durch einen Irrgarten geführt, im Legoland entstehen Kirchen, Parks und Wohnlandschaften. Die Wittenberger Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft zeigt, wie man die Erste Hilfe anwenden kann und hat ein Baderegel-Puzzle mitgebracht. Hinten spielen Jungen Fußball, drinnen werden Stoffbeutel bedruckt und bemalt.

Aus Bitterfeld ist Constantin angereist, der Neunjährige hat schon viele Stationen erkundet. „Besonders gefällt mir die Mutprobe. Weil die, die Höhenangst haben, lernen, dass sie nicht so viel Angst haben müssen“, erklärt er selbstbewusst. „Die Leute hier sind alle sehr nett. Schön ist, dass wir das Essen nicht mitbringen müssen.“ Das Legoland hat Constantin kurz nach dem Mittag erkundet, als nächstes sei der Film dran. Arthur, acht Jahre alt, nickt. Die beiden haben sich hier angefreundet, gehen gemeinsam von Station zu Station. Der Abschlussgottesdienst naht, und damit die Entscheidung, was das Kind mit dem gefundenen Geld macht. Die Mehrheit hat sich fürs Zurückgeben entschieden. (mz)