Kreisseniorenrat Mansfeld-Südharz

Kreisseniorenrat Mansfeld-Südharz: Mehr Netzwerke werden gebraucht

Sangerhausen - Der Siebte Altenbericht der Bundesregierung wurde nun veröffentlicht.

Von Beate Thomashausen
Die Zahl der Senioren steigt in den kommenden Jahren und auf die Kommunen kommen mehr Aufgaben zu.
Die Zahl der Senioren steigt in den kommenden Jahren und auf die Kommunen kommen mehr Aufgaben zu. dpa

Ein Anfang ist gemacht. Aber es komme eine ganze Menge an Aufgaben auf die Kommunen in der kommenden Zeit zu, sagt Karina Kaiser mit Blick auf den Siebten Altenbericht der Bundesregierung, der aus einem Bericht der Sachverständigenkommission und der Stellungnahme der Bundesregierung besteht. Kaiser ist die Vorsitzende des Kreisseniorenrates Mansfeld-Südharz und hat sich jetzt, gemeinsam mit anderen Vertretern von Kreisseniorenräten beim Landesseniorenrat einen Überblick darüber verschafft, welche Aufgaben denn nun genau anzupacken sind.

Netzwerke aus Vereinen, Nachbarn, Treffs und mehr müssen entstehen

Fakt ist, dass in den kommenden Jahren die Zahl der Senioren in Deutschland zunimmt. „Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er werden in Rente gehen“, sagt Kaiser. „Darauf muss man sich jetzt vorbereiten.“ Das heißt, dass in Mansfeld-Südharz - genau wie in den anderen Kreisen und Kommunen auch - lokale Sorgestrukturen geschaffen werden müssen. Kaiser erklärt, dass damit vor allem Möglichkeiten, dass Senioren allein leben können, gemeint sind. „Wir haben ein Netz aus Pflegeheimen und Pflegeeinrichtungen geschaffen. Das ist gut. Aber es wird noch etwas anderes gebraucht“, so Kaiser.

„Es müssen Netzwerke entstehen aus Vereinen, Treffs, Nachbarn, Freunden, die es Senioren in Zukunft ermöglichen, ihren Alltag allein und ohne Familie bestreiten zu können. Denn das ist momentan die Regel, dass Senioren als Paar oder ganz allein leben. Und daran wird sich wohl nichts Wesentliches ändern.“ Die Großfamilie, in der sich einer um den anderen kümmert, gehöre der Vergangenheit an. Kaiser: „Bisher haben wir in Steine investiert, also zum Beispiel Heime gebaut, aber haben nicht in den Menschen investiert. Das muss sich ändern.“

Im Altenbericht liest sich das ungefähr so, dass Kommunen Gestaltungsaufgaben in den Bereichen Pflege, Wohnen und Gesundheit übernehmen sollen. Die Rede ist zum Beispiel von medizinischen Versorgungszentren unter Regie der Kommunen. Auch sollen sich Kommunen mehr und mehr als Netzwerkmanager verstehen, zum Beispiel mit hauptamtlicher Pflegekoordination. Auch sei, so Kaiser, mehr und mehr die Rede von lokalen Sorgestrukturen, die von den Kommunen gefördert und aufgebaut werden sollen. Demnach sollen sich professionelle Fachkräfte ebenso wie ehrenamtliche Helfer, Nachbarn oder Freunde um einen Menschen kümmern. Das sollen die Kommunen unterstützen.

Kreisseniorenrat trifft sich am 21. August - Konzept des Vereins ,Alter hat Zukunft‘ wird vorgestellt

„Mir ist klar, dass die finanzielle Ausstattung der Kommunen nicht rosig ist. Wie das geändert werden kann und welche Prioritäten in Zukunft gesetzt werden, darüber muss gesprochen werden“, findet die Kreisseniorenratsvorsitzende. „Allein mit Heimen ist es eben nicht mehr getan. Wir müssen anders denken, zum Beispiel in die Richtung demenzfreundliche Kommunen. Es werden immer mehr Betroffene. Die Bevölkerung wird immer älter. Man kann nicht alle Menschen ins Heim schicken.“

Am 21. August trifft sich der Kreisseniorenrat in Hettstedt. Kaiser: „Dort will der Verein ,Alter hat Zukunft‘ ein Konzept vorstellen.“ (mz)

Der siebte Altenbericht ist übrigens als  Bundestagsdrucksache allen Menschen zugänglich. Unter www.siebter-altenbericht.de kann man ihn downloaden.