Woher soll das Geld kommen?

Diskussion um 20.000 Euro für den Jugendkreistag in Mansfeld-Südharz

Von Felix Fahnert
Der Jugendkreistag tagt zumeist - hier vor der Pandemie - in der Mammuthalle in Sangerhausen.
Der Jugendkreistag tagt zumeist - hier vor der Pandemie - in der Mammuthalle in Sangerhausen. (Foto: Klaus Winterfeld)

Sangerhausen/Eisleben/Hettstedt - Ein mögliches festes Budget über 20.000 Euro für den Jugendkreistag hat im Kreisausschuss von Mansfeld-Südharz für Diskussionen gesorgt. Das Nachwuchs-Gremium hatte im Zuge der Sitzung im März gefordert, künftig mit dem Betrag im Haushaltsplan des Kreises berücksichtigt zu werden, damit erarbeitete Anträge auch umgesetzt werden könnten.

Im Kreisausschuss kritisierte AfD-Mann Robert Farle diese Pläne. „Es sind falsche Signale, wenn man alles im Etat verankert“, so Farle. „Der Jugendkreistag könnte auch Anträge an den richtigen Kreistag stellen, die wir dann beraten und in Ruhe beschließen können.“ Er habe nichts gegen die Finanzierung konkreter Projekte, sei aber gegen ein festes jährliches Budget. Dies sei „das Gegenteil der Erziehung zu verantwortlichem Umgang mit Geld“, so Farle. „Dann überlegt sich jeder, was er für schöne Dinge fordern kann.“

Parteien unterstützen Budget-Pläne für den Jugendkreistag

Vertreter der übrigen Parteien unterstützen hingegen die Budget-Pläne. „Es ist eine positive Sache, um Kinder und Jugendliche an Politik heranzuführen“, sagte Andreas Skrypek, der auch Vorsitzender des Kreis-Finanzausschusses ist. „20.000 Euro müssen einfach machbar sein.“ Ähnlich äußerte sich Christian Kokot (Grüne). „Das fördert das Demokratieverständnis und die Diskussionskultur.“ Es werde im Jugendkreistag eine „Diskussion geben, wer am Ende wie viel bekommt“. Klaus Kotzur (Linke) ergänzte, es sei wichtig, wenn die Jugendlichen merkten, „dass das, was sie beschließen, auch eine Wirkung hat“. Norbert Born (SPD), der den Jugendkreistag bereits geleitet hat, betonte die immer bessere Arbeit des Nachwuchs-Gremiums. „Über die Jahre ist eine Qualitätssprung im positiven Sinne erkennbar.“ Er warb daher für Zustimmung zu den Plänen. Ingo Bodtke (FDP) sprach sich für eine Budgetzusage aus, stellte jedoch die Frage, woher der Kreis die Mittel nehmen wolle. „Es darf bei der Haushaltslage kein zusätzliches Geld sein.“ Er schlug vor, die Vorhaben des Jugendkreistags auf bestehende Haushaltsposten aufzuteilen - und etwa mit Ausgaben zu realisieren, die ohnehin in eine Schule investiert werden sollten.

Landrätin Angelika Klein (Linke) erklärte, dass sie ein festes Budget zur Realisierung der Vorhaben sinnvoll sei. „Ich bin stolz, dass wir den Jugendkreistag haben.“ MSH sei der einzige Kreis, der ihn bereits viermal durchgeführt habe. Sie betonte: „Wir brauchen alle dringend Nachwuchs!“ - und verwies auf den Altersschnitt im Kreisausschuss. Bei den Plänen handelt es sich nur um eine Informationsvorlage. Verhandelt wird bei den Haushaltsberatungen für das Jahr 2022 im Herbst. (mz)