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Vorwürfe gegen Vorgesetzten Vorwürfe in Halberstadt: Krieg im Polizeirevier Harz

Von Ingo Kugenbuch 16.01.2018, 10:55
Die Dienstmütze eines Polizeibeamten in Sachsen-Anhalt.
Die Dienstmütze eines Polizeibeamten in Sachsen-Anhalt. Archiv/Pülicher

Halberstadt - In der Führungsetage des Polizeireviers Harz in Halberstadt herrscht derzeit Krieg. Ein leitender Beamter hat Revierleiter Marco Zeuner angezeigt.

Frank Küssner, Sprecher der Polizeidirektion (PD) Sachsen-Anhalt Nord in Magdeburg, bestätigte der MZ am Montag, dass ein Schreiben mit Vorwürfen gegen Zeuner eingegangen sei.

Es sei daraufhin als Anzeige aufgenommen und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden, sagte Küssner.

Vorgang von Staatsanwaltschaft geprüft

Der Vorgang sei von  der Staatsanwaltschaft geprüft worden, so Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck, der Chef der Strafverfolgungsbehörde in Halberstadt.

Er beinhalte aber keine Strafanzeige.

Vielmehr handele es sich um „Aktenvermerke über polizeiinterne Vorgänge im Polizeirevier Harz“. „Der Aktenvorgang ist nach der Prüfung wieder zurück an die Polizei gegangen, weil keine strafrechtliche Relevanz erkennbar ist“, so Roggenbuck.

„Es besteht kein Anfangsverdacht, dass eine Straftat verübt worden ist.“

Auswirkungen noch unklar

Welche Auswirkungen  die Entscheidung der Staatsanwaltschaft haben wird, könne er  nicht sagen, so PD-Sprecher Küssner. Ob es möglicherweise disziplinarrechtliche Folgen geben wird, müsse die Behördenleitung  entscheiden.

Was Zeuner von seinem leitenden Beamten vorgeworfen wird, ist weder von der Staatsanwaltschaft noch von der PD Nord zu erfahren.

Es liegt jedoch nahe, dass das Ganze im Zusammenhang mit einem anonymen Brief steht, der im Sommer vergangenen Jahres die Runde gemacht hat. Er ist bei den Medien - auch der MZ - und den Landtagsfraktionen eingegangen.

Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen

In dem fünfseitigen Schreiben, das als Absender  „Anonyme Polizisten“ nennt, wird Zeuner unter anderem Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen.

Außerdem soll er „engagierte Kollegen in den Krankenstand getrieben“ haben.

Wegen eines  in dem Brief genannten Vorwurfes hatte  die Staatsanwaltschaft bereits vorher  Ermittlungen aufgenommen: Zeuner soll angeblich tatenlos zugeschaut haben, als „linke Randalierer“ am 15. Januar vor zwei Jahren in Magdeburg ganze Straßenzüge demolierten, und „aktiv deren Strafverfolgung verhindert“ haben.

Dieses Verfahren wurde  mittlerweile eingestellt.

Zeuner wollte sich  gegenüber der MZ nicht zu den aktuellen Vorwürfen äußern. (mz)