Hochwasserschutz bei Güntersberge

Hochwasserschutz bei Güntersberge: Neue Brücke über die Selke wächst

Güntersberge - Die neue Brücke über die Selke am Armborst in Güntersberge nimmt langsam Gestalt an: Die Widerlager sind fertig, das Traggerüst für den Überbau errichtet. Ziel ist, die Arbeiten bis zum 30. Juni abzuschließen. „Momentan liegen wir im Plan und gehen davon aus, dass wir diesen Termin halten können“, sagt Ute Enders vom Sachbereich Planung und Bau beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und ...

Von Petra Korn 20.05.2016, 09:04

Die neue Brücke über die Selke am Armborst in Güntersberge nimmt langsam Gestalt an: Die Widerlager sind fertig, das Traggerüst für den Überbau errichtet. Ziel ist, die Arbeiten bis zum 30. Juni abzuschließen. „Momentan liegen wir im Plan und gehen davon aus, dass wir diesen Termin halten können“, sagt Ute Enders vom Sachbereich Planung und Bau beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft.

Der Neubau ersetzt ein Provisorium, das nach dem Selke-Hochwasser 1994 entstanden war. Errichtet wird die neue Stahlbetonbrücke, mit dem der Abflussquerschnitt für die Selke fast verdoppelt wird, im Auftrag des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (die MZ berichtete).

Ursprünglich war Ziel, den Neubau bereits im vergangenen Jahr fertigzustellen. Dieser knappe Zeitrahmen hatte sich daraus ergeben, dass die EU-Förderperiode im November endete; und der Brückenneubau ist ein Projekt, das über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit Fördermitteln der EU und einer Kofinanzierung des Landes umgesetzt wird. Doch die Arbeiten waren in Verzug geraten und dann wegen des Winters unterbrochen worden. Die Fördermittel, die im vergangenen Jahr nicht verwendet wurden, waren als Restleistung aus dem Jahr 2015 für das neue Jahr zu beantragen. „Die Mittel sind umgehend bereitgestellt worden, so dass wir gleich, nachdem der Winter vorbei war, anfangen konnten“, sagt Ute Enders.

Nachdem die Widerlager, die Auflegerbalken, fertiggestellt sind, stand bzw. steht nun der Überbau im Mittelpunkt: von der Errichtung eines Traggerüstes aus Stahl über das Einbringen der Bewehrung bis hin zum Betonieren. „Während der Beton aushärtet, erfolgen unter anderem Böschungsbefestigungen, Anpassungen für den Straßenbau und der Straßenbau“, erklärt Marcus Böhme, Meister bei der bauausführenden Firma Stratie. Nach sieben Tagen ist der Beton des Brückenüberbaus soweit ausgetrocknet, dass auch hier die Arbeiten weitergehen können: mit dem Aufbringen einer Beschichtung aus Epoxidharz als Versiegelung, einer Bitumenschweißbahn und schließlich dem Aufbringen von Gussasphalt. Zudem sind noch die Kappen und Geländer zu errichten. „Die letzten Arbeiten werden der Rückbau der Umleitungsstrecke und das Wiederherstellen der Anliegergrundstücke sein“, erläutert Marcus Böhme. „Das kann erst passieren, wenn die neue Brücke befahrbar ist.“

Mehr Platz bei extremem Hochwasser

Mit dem Neubau der Brücke wird ein großes Abflusshindernis im Fall eines Hochwassers beseitigt: Der Durchfluss an der alten, provisorischen, zudem in einem schlechten baulichen Zustand befindlichen Brücke war zu klein und zu eng. Das hätte bei einem Hochwasser einen Abfluss behindert und zu einem Rückstau in die Ortslage Güntersberge geführt. Das neue Bauwerk ist so konzipiert, dass im Fall eines extremen Hochwassers, wie es statistisch nur alle 100 Jahre auftritt, zwischen Wasseroberfläche und Brückenunterkante noch 50 Zentimeter Platz wären. Für den Bau der neuen Brücke investiert der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft rund 240.000 Euro. (mz)