Geldregen für Wasserstoff-Projekte

Geldregen für Wasserstoff-Projekte: Zwei Vorhaben aus Sachsen-Anhalt werden gefördert

Halle (Saale) - Die Bundesregierung will grünen Wasserstoff massiv fördern und im großen Maßstab zur Marktreife verhelfen. Dazu sollen in den kommenden Jahren deutschlandweit 20 sogenannte Reallabore aufgebaut werden, in denen neue Erzeugungsarten und Energiespeicher im industriellen Maßstab getestet werden, kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag in Berlin an. Aus erneuerbaren Energien gewonnener Wasserstoff, man spricht auch von grünem Wasserstoff, soll dabei fossile Energieträger wie Kohle ablösen. Dafür stehen bisher rund 100 Millionen Euro pro Jahr zur ...

Von Steffen Höhne
Blick auf die Konzernzentrale der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig, dpa-Zentralbild

Die Bundesregierung will grünen Wasserstoff massiv fördern und im großen Maßstab zur Marktreife verhelfen. Dazu sollen in den kommenden Jahren deutschlandweit 20 sogenannte Reallabore aufgebaut werden, in denen neue Erzeugungsarten und Energiespeicher im industriellen Maßstab getestet werden, kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag in Berlin an. Aus erneuerbaren Energien gewonnener Wasserstoff, man spricht auch von grünem Wasserstoff, soll dabei fossile Energieträger wie Kohle ablösen. Dafür stehen bisher rund 100 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Grüner Wasserstoff wird gefördert - Sachsen-Anhalt mit zwei Projekten dabei

Unter 90 eingereichten Projekten haben sich zwei aus Sachsen-Anhalt durchgesetzt: der Energiepark Bad Lauchstädt und Green-Hydro-Chem Mitteldeutsches Chemiedreieck. In Bad Lachstädt (Saalekreis) soll der in zehn Windkraftanlagen erzeugte Strom zunächst in einer Elektrolyse-Anlage in Wasserstoff umgewandelt werden, welcher anschließend in 1.000 Meter tiefen Kavernen gespeichert wird. Der Leipziger Erdgas-Konzern VNG treibt das Projekt zusammen mit Partnern wie Uniper voran. Bisher wird in den unterirdischen Kavernen Erdgas gespeichert. „Unser Ziel ist es, Windstrom in großem Umfang speicherbar zu machen“, sagte Projektleiter Kay Okon von VNG Gasspeicher zuletzt der MZ.

Erstmals wäre Stromspeicher verfügbar, der kontinuierlich Energie abgeben könnte

Damit soll auch eines der größten Probleme der Energiewende gelöst werden. Bisher liefern Wind- und Sonnenenergie nur unregelmäßig Strom. Was das Bad-Lauchstädt-Projekt für die Energiewirtschaft interessant macht: Die Kapazität des Wasserstoffspeichers übertrifft die in Deutschland in Pumpspeicherkraftwerken gepufferte Energie um das Vierfache. Erstmals wäre wirklich ein großer Stromspeicher verfügbar, der kontinuierlich Energie abgeben könnte, wenn sie gebraucht wird. Die Technologie ist bereits erprobt, allerdings sind die Kosten noch zu hoch für einen wirtschaftlichen Einsatz.

Auch das zweite Projekt , „Green-Hydro-Chem Mitteldeutschland“ kommt aus dem Saalekreis. Bis 2024 soll in Leuna die weltweit größte Elektrolyse-Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff errichtet werden. Die Konzerne Siemens und Linde sowie das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen in Halle wollen die Chemieregion mit dem Rohstoff versorgen. Damit soll erreicht werden, dass auch Industriefirmen aus der Chemie CO2-ärmer produzieren.

Ministerpräsident Reiner Haseloff: Chance für Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte: „Regenerative Energien und vor allem Wasserstoff als Energieträger werden für die Energieversorgung nach einem Ausstieg aus der Kohleverstromung immer wichtiger.“ Sie bieten nach Ansicht Haseloffs für Sachsen-Anhalt „große Chancen.“ Bis 2038 will Deutschland aus der Kohle-Verstromung aussteigen. (mz)