Notbetreuung im Burgenlandkreis

Wer darf in die Kita?

Seit gut einer Woche gilt für den Nachwuchs wieder die Notbetreuung. Mehr als die Hälfte der Eltern nutzt das bestehende Angebot.

Von Yvette Meinhardt
Der Notbetrieb in der Kita Montalino in Reuden sieht ganz alltäglich aus. 31 von 37 Kindern sind aktuell angemeldet. (Foto: Sonntag)

Zeitz - Seit einer Woche gilt in Kindertagesstätten im Burgenlandkreis einschließlich der Schulhorte wieder die so genannte Notbetreuung. Grund dafür ist die Corona-Notbremse. Doch wie sieht es in der Realität aus? Wie sind die Kindergärten derzeit ausgelastet und wer darf überhaupt in die Kita kommen?

In vielen Einrichtungen herrscht der normale Alltag. Von Notbetreuung kaum eine Spur. „Bei uns sind von 37 Kindern zurzeit 31 Mädchen und Jungen angemeldet“, sagt Carsten Sonntag, Vorstandsvorsitzender der Kita Montalino. Die Einrichtung in Reuden wird von Eltern in freier Trägerschaft geführt. „Die Realität sieht so aus: Die Eltern bringen uns eine vom Arbeitgeber unterschriebenen Antrag zur Notbetreuung und nach Rücksprache mit dem Jugendamt nehmen wir die Kinder ohne Diskussion an“, erklärt Sonntag. Beim letzten Lockdown hatte es sich der freie Träger deutlich schwerer gemacht und einige Eltern abgewiesen. Als Folge dessen wechselten mehrere Eltern mit ihren Sprösslingen die Einrichtung. Aus diesem Grund nehme man jetzt die Bescheinigung der Eltern ohne Kommentar entgegen. Denn eigentlich legt die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung genau fest, welche Kinder kommen dürfen. Das sind Kinder von alleinerziehenden Berufstätigen, alleinerziehenden Schülern und alleinerziehenden Studierenden.

Lediglich die Kita in Luckenau hat wegen einem Corona-Fall geschlossen

Der größte Teil der Anspruchsberechtigten sind jene Eltern, wo Vater oder Mutter in einem Bereich der „kritischen Infrastruktur arbeitet und dies nicht im Homeoffice tun kann“. Dazu zählen zum Beispiel Unternehmen der Ver- und Entsorgung wie Energie, Wasser, Abwasser und Abfall. Weiterhin Arbeitsplätze in der öffentliche Infrastruktur wie Post, Medien, Presse und öffentlicher Personennahverkehr. Es gehören auch Gesundheitswesen einschließlich der Alten- und Krankenpflege, Pharmazie dazu, weiterhin Beschäftigte der Branchen Nahrungsmittel, Hygiene, Heiz- und Kraftstoffe (Produktion, Logistik, Verkauf), Landwirte und öffentliche Verwaltung einschließlich Polizei, Justiz, Bundeswehr und hauptamtliche Feuerwehr.

In die Kita dürfen auch Kinder von Erziehern, Lehrern, Beschäftigten in der Kinder- Jugend- oder Behindertenhilfe, in Finanz- und Versicherungswesen, von Beschäftigten im Bestattungswesen und in Krematorien und von Beschäftigten im Bereich erlaubter körpernaher Dienstleistungen (zum Beispiel Friseur). Damit lässt sich die hohe Zahl der Kinder in der Notbetreuung erklären. So haben in der Region alle Kitas geöffnet. Lediglich die Kita in Luckenau hat wegen einem Corona-Fall geschlossen. Die Einrichtung ist bis einschließlich 7. Mai in Quarantäne, so teilt die Stadt Zeitz mit.

Grad der Auslastung in den verschiedenen Einrichtungen variiert

Der Grad der Auslastung in den verschiedenen Einrichtungen variiert freilich, liegt er zum Beispiel in der Stadt Zeitz bei zirka 30 Prozent, sind es in der Elsteraue im Bereich Kita 55 Prozent und im Hort 16 Prozent, in der Verbandsgemeinde Wethautal 46 Prozent. Doch schaut man genauer hin, dann zeigen die statistischen Zahlen große Schwankungen. Zum Beispiel Elsteraue: Hohe Auslastungen gibt es in Könderitz (74 Prozent), Profen (61), Rehmsdorf (56), Tröglitz (55) gefolgt von Spora (43) und Bornitz (37). Ähnlich große Unterschiede bei der Nutzung der Notbetreuung gibt es auch in der Verbandsgemeinde Wethautal.

Die höchste Auslastung verzeichnet die Kita in Meineweh (74 Prozent) gefolgt von Haardorf (73). Die wenigsten Kinder kommen nach Osterfeld (33 Prozent). Sehr gering sei die Nachfrage in den Horten, zudem ist der Hort in Stieglitz wegen Corona-Quarantäne geschlossen. So ergibt sich ein Durchschnittswert von 46-prozentiger Nutzung der Notbetreuung. „Es hat sich gegenüber der ersten Notbetreuung nicht viel geändert, denn auch die Kriterien für die Notbetreuung sind die gleichen geblieben“, sagt Manuela Hüttig, Leiterin des Hauptamtes im Wethautal. „Viele Eltern arbeiten zum Beispiel im Kaufland Zentrallager Osterfeld, in der Pflege und in der Landwirtschaft. Sie alle haben Anspruch auf die Notbetreuung“, sagt Manuela Hüttig.

Ein ähnliches Bild in der Verbgemeinde Droyßig-Zeitzer Forst: In den Kitas Haynsburg und Kretzschau sind je 67 Prozent der Kinder in Notbetreuung, in Heuckewalde (63), in Droyßig sind zum Beispiel 53 von 88 Kindern angemeldet (60 Prozent), in Droßdorf 58 Prozent, in Wetterzeube 51 und in Bröckau 48 Prozent. Auch hier sind nur wenige Kinder im Hort, in Kretzschau 11 von 78 Schülern und in Droyßig 15 von 81 Schülern. (mz)