Weniger Einnahmen wegen der Corona

Informationszentrum des Sonnenobservatoriums in Goseck verkürzt Öffnungszeiten

Geschäftsführerin der Arche Nebra: Es fehlen Förderprogramme.

Von Holger Zimmer
Das  Sonnenobservatorium in Goseck
Das Sonnenobservatorium in Goseck Foto: Nicky hellfritzsch

Goseck/MZ - Das Informationszentrum des Sonnenobservatoriums in Goseck ist seit 1. Juli nur noch sonnabends, sonntags und montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die Frage nach dem Warum beantwortete Bettina Pfaff, die Geschäftsführerin der Arche Nebra, die auch die jungsteinzeitliche Kreisgrabenanlage betreut: Einerseits gebe es wegen der Corona-Pandemie geringere Einnahmen und daneben personelle Engpässe. Dabei verweist sie auf derzeit fehlende Förderprogramme.

Informationszentrum des Sonnenobservatoriums in Goseck verkürzt Öffnungszeiten

Gespräche dazu habe es gegeben. Letztlich sei die Entscheidung auf die genannten Wochentage gefallen, wobei es sich um die besucherstärksten Tage - auch beim Montag - handele. Daneben gebe es nicht nur die Führungen an den Sonntagen um 14 Uhr, sondern auch Gruppen könnten sich jederzeit für andere Tage anmelden. Mehr gebe die Personaldecke nicht her. Sollte sich das ändern, wolle man laut Pfaff zu den alten Öffnungszeiten zurückkehren.

Das Sonnenobservatorium war 1991 aus einem Flugzeug heraus entdeckt worden. Zwischen 2002 und 2004 hatte es Lehrgrabungen der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Archäologie gegeben. 2005 wurde es von zehn Mitarbeitern der damaligen Beschäftigungsgesellschaft Kösa am Originalstandort eingeweiht.

Palisaden hat man mit 2.020 Meter Hanfseil gesichert

Insgesamt 1.675 Palisaden wurden für die zwei Ringe des Observatoriums im Durchmesser von 54 und 49 Metern verbaut. Das Gros der Stämme war dreieinhalb Meter lang, zwischen zehn und 28 Zentimeter stark und wog 100 bis 200 Kilogramm. Die Palisaden hat man mit 2.020 Meter Hanfseil gesichert. Der Teil, der in den Boden kam, wurde mit 700 Liter Buchenholzteer imprägniert. Um das Abspülen des Grassamens zu verhindern, wurden auf 3.200 Quadratmetern Matten mit 6.000 Erdnägeln befestigt. 1.000 Kubikmeter Erde sind übrigens seinerzeit für Wall und Graben bewegt worden.

Das Observatorium ist frei zugänglich. Sonntags gibt es 14 Uhr eine Führung, die 4 Euro kostet (Tel.: 034461/2 55-20 o. 217). Der Besuch des Zentrums im Schloss (Samstag bis Montag 11 bis 17 Uhr) kostet für Erwachsene 2 und ermäßigt einen Euro oder als Kombikarte mit Besuch des Museums Schlosskirche fünf beziehungsweise drei Euro.