Charme aus steinerner Tradition

Herrenhaus in Göbitz ist ein Kleinod in den Wiesen

Seit zwei Jahren zieht mit André Jungk wieder mehr Leben in das alte Herrenhaus in Göbitz ein. Was es Neues gibt.

Von Yvette Meinhardt
André Jungk deckt den Tisch für  Kaffeegäste. In der  Mühle Göbitz darf wieder eingekehrt  werden.
André Jungk deckt den Tisch für Kaffeegäste. In der Mühle Göbitz darf wieder eingekehrt werden. (Foto: Yvette Meinhardt)

Göbitz/MZ - Gäste aus dem fernen Australien und sogar aus China, aus Skandinavien und den Benelux-Ländern sind in der Elsteraue eher die Ausnahme. Aber auch sie waren schon in Göbitz. Doch die meisten Besucher des historischen Herrenhauses an der Mühle in Göbitz stammen aber aus der nahen Region wie aus der Elsteraue, Zeitz und Wetterzeube, Gera und dem Raum Leipzig. Sie fahren mit dem Rad und legen in Göbitz einen Stopp ein. Das Haus empfängt den Gast mit einem Charme aus steinerner Tradition und freundlichen Gastgebern. Hier trifft Geschichte auf unkomplizierte Gegenwart und wundervolle Natur. „Immer wieder freitags“ gibt es jetzt in den Sommermonaten ein besonderes kulinarisches Angebot. Diesen Freitag war es Spanferkel, nächste Woche folgt ein Burger-Abend und später ein Grill-Buffet. Bei schlechtem Wetter kann man in den wundervollen Saal ausweichen,

Seit 2019 lädt André Jungk zu Speis und Trank ein. Er hat das Imbiss-Angebot seiner Vorgängerin deutlich erweitert. Inzwischen gehört auch das Ausrichten von Familienfeiern zum Programm. „Ich mag es, die Gäste zu bewirten, mit ihnen zu plaudern und sich auszutauschen“, sagt der 54-Jährige. Das Haus mit der beeindruckenden Fassade ist ein Hingucker direkt am Radweg an der Weißen Elster. Und in den vergangenen Monaten hat die Zahl der Ausflügler, Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger deutlich zugenommen. Während es über Monate nur das To-Go-Geschäft war, kehrt langsam wieder Normalität ein. Kindergeburtstage, Hochzeiten, Familienfeiern aller Art oder auch mal Klassentreffen finden inzwischen wieder statt. Platz dafür gibt es genug, ob auf dem Hof oder sogar auf den Elsterwiesen.

Zur Übernachtung stehen vier Zimmer bereit

Zur Übernachtung stehen vier Zimmer bereit. Das Innere des Hauses hat sich Schritt für Schritt verändert. Mittlerweile gibt es eine kleine Gaststube (wird auch als Frühstücksraum genutzt) und einen Ausschank im Erdgeschoss. Im ersten Geschoss befindet sich ein geräumiger Saal mit Kamin und anderen schönen historischen Details. In kleinen Nebenräumen können zum Beispiel Buffets aufgebaut werden. Den Hausherren findet man quasi überall. Er empfängt die Gäste, kocht für sie oder steht selbst am Grill und bedient die Besucher. Dann wieder baut er Zelte auf, rückt Tische und Stühle im Freien, werkelt am Haus. Manchem Radfahrer hat er gelegentlich schon bei einer kleinen Pannen geholfen. Und auch Fahrräder kann man im Herrenhaus ausleihen.

Inzwischen gibt es eine Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnern. So übernimmt Floristin Carmen Schmelzer nicht nur den Tischschmuck im Herrenhaus, sondern hat einen kleinen Laden und bietet individuelle Workshops an. Sie bereichert den Adventsmarkt und die Ausgestaltung des Haues. Einen guten Draht gibt es auch zum Landschaftspflegeverein Mittleres Elstertal. So wurden im Zusammenspiel mit dem Verein in Göbitz mehrere Skulpturen aufgestellt und manche Leute bleiben neugierig stehen und verweilen.