Fußball-Landesliga Fußball-Landesliga: Derby zwischen Weißenfels und Zeitz mit Tradition

Weissenfels/Zeitz - Zum 78. Mal treffen am Samstagnachmittag die Teams des 1. FC Weißenfels und des 1. FC Zeitz in einem Pflichtspiel aufeinander. Kaum ein anderes Fußballspiel bringt im Burgenlandkreis wohl so viel Brisanz und Tradition mit sich wie dieses Duell des jetzigen Zweiten gegen den Sechsten der Landesliga Süd. 1949 standen sich beide Teams zum ersten Mal in der Landesklasse gegenüber, Weißenfels siegte damals 4:1. Zusammen spielten beide zwei Jahre in der Oberliga, der höchsten Spielklasse der DDR.
Hier gab es in den vier Partien drei Siege für die BSG Chemie Zeitz, wie der Verein damals hieß. Am 14. Juni 1959 feierte Zeitz vor 13 000 Zuschauern einen 3:0_Heimsieg. „In der Woche vor diesen Derbys lag immer eine gewisse Spannung in der Luft, was bei anderen Partien nicht war“, erinnert sich der Weißenfelser Klaus Otte. Der heute 73-Jährige fing 1958 bei Fortschritt Weißenfels an zu spielen. 1960 stieg er mit dem heutigen FC in die DDR-Liga ab. Nach einer Zwischenstation beim HFC beendete Otte Anfang der 1970er Jahre seine Karriere in Weißenfels.
Wechsel sorgten für Brisanz
Die Begegnungen mit Zeitz sind ihm gut im Gedächtnis geblieben. Auch in der DDR-Liga gab es viele brisante Duelle zwischen den Erzrivalen. „Dazu kam, dass 1960 mit Hans Ackermann und Alfred Reinhardt zwei Weißenfelser nach Zeitz wechselten. Das hat daraufhin noch mal für mehr Brisanz gesorgt“, erklärt Klaus Otte. Beide Mannschaften seien sich damals auf Augenhöhe begegnet. „Die Teams waren gleichstark, die Chancen immer 50:50 und man konnte nie voraussagen, wer gewinnt“, so Otte. Stimmungsreich waren die Spiele ebenfalls, denn viele Weißenfelser sind damals mit nach Zeitz gefahren, wie sich Otte erinnert. „In den Stadien in Weißenfels oder Zeitz war eine mächtige Stimmung. Beide wollten gewinnen, doch alles fand in einem fairen Rahmen statt“, so Otte.
Viele Treffer gegen Weißenfels
„Heinz Degenkolbe, Karl Meyer - das waren gute Spieler in Weißenfels und man kannte sich untereinander“, weiß auch der Zeitzer Horst Borrmann zu berichten. Der ehemalige Mittelstürmer von Chemie Zeitz hat einige Duelle gegen den Rivalen aus Weißenfels bestritten. „Mitte der 1960er Jahre war in Weißenfels einmal der Platz gesperrt und so musste das Spiel in Weida ausgetragen werden“, sagt der 74-Jährige, der sich noch gut an dieses Duell erinnern kann, denn sein Team gewann 4:0. Als Angreifer wurde er einmal Torschützenkönig in der DDR-Liga.
„Natürlich habe ich auch gegen Weißenfels etliche Male getroffen“, meint der Senior mit einem Lächeln. Der gebürtige Zeitzer kickte in seiner Jugend bei Chemie, beim Lokalrivalen Motor Zeitz und später für Bornitz in der Bezirksklasse, bevor er Mitte der 1960er Jahre zu Chemie zurückgeholt wurde, wo er bis 1971 stürmte. „Da es ja ein Derby war, kamen tausende Zuschauer ins Stadion“, sagt Borrmann. Nur seine Ehefrau Monika gehörte selten zu den Gästen.
„Ich hatte mich nicht unter Kontrolle, wenn sie schlecht gespielt haben und bin lieber mit den Kindern auf den Nachbarspielplatz gegangen“, erzählt die 74-jährige lachend. Trotzdem weiß sie über die Tradition des Duells gegen Weißenfels Bescheid. „Die Spiele waren immer interessant und oft knapp“, meint sie.
Und wie lautet nun der Tipp für die kommende Partie an diesem Sonnabend? Während sich Klaus Otte auf ein 3:1 für Weißenfels festlegt, tippt Horst Borrmann das gleiche Resultat nur umgedreht. Seine Frau Monika gibt sich da neutraler: „Der bessere soll gewinnen“, sagt sie. Die Statistik spricht jedoch für Weißenfels, das bisher 35 Mal gewann. Zeitz ging derweil 26 Mal als Sieger vom Platz. (mz)