Mehr als nur Pompons

Die Cheerleader der Elsteraue Ravens aus Grana suchen für akrobatische Figuren Verstärkung

Das dürfen auch gerne Männer sein.

Von Matthias Voss
Die Cheerleader der Elsteraue Ravens trainieren auf dem Sportplatz in Grana.
Die Cheerleader der Elsteraue Ravens trainieren auf dem Sportplatz in Grana. Foto: René Weimer

Grana/MZ - American Football ohne Cheerleading sei wie ein Hotdog ohne Wurst, meint Sindy Müller. Die 31-Jährige ist die Chefin der Frauentruppe der Elsteraue Ravens, die am Spielfeldrand für Stimmung sorgt beziehungsweise sorgen wird, wenn es mal ein Event geben wird. Aber genauso wie das Männerteam, welches vor rund einem Jahr in Rehmsdorf gegründet und mittlerweile in Grana eine neue Heimat gefunden hat, suchen auch die Cheerleader noch Verstärkung. „Und das dürfen auch gerne Männer sein. Cheerleading ist kein spezieller Frauensport“, meint Müller.

Cheerleader der Elsteraue Ravens aus Grana suchen für akrobatische Figuren Verstärkung

Aktuell allerdings sind die Frauen noch unter sich, von fünf, sechs Damen sind sie mittlerweile auf ein Dutzend im Alter von 20 bis 32 Jahren angewachsen. Neben den typischen Tanzchoreografien und den Anfeuerungsrufen „Go, Ravens“ wollen sie in Zukunft auch Hebefiguren präsentieren. Für diese Pyramiden stehen Leichtgewichte oben, die sogenannten Flyer, weil sie am Ende runterspringen und aufgefangen werden.

„Für die Basis bräuchten wir dann eher kräftige Mädels. Aber das können natürlich auch Jungs sein. In den USA ist es sehr typisch, dass Männer die anstrengenden Parts übernehmen“, erklärt Sindy Müller. Vertrauen sei das A und O bei solchen aufwendigen Pyramiden.

Auch die  Footballer trainieren in Grana.
Auch die Footballer trainieren in Grana.
Foto: René Weimer

Blick in die Zukunft: „Langfristig wollen wir auch eine Jugendtruppe haben“

Darüber hinaus werden auch turnerisch begabte Neulinge gesucht. Die sollen mit Flickflacks und Ähnlichem begeistern und müssen einen Spagat können. „Aber sportlich sollten man generell sein. Kraft und Ausdauer ist ganz wichtig. Wir stehen nicht nur am Spielfeldrand und hampeln ein bisschen herum“, sagt Müller. Die Rehmsdorferin, die erst im Juli zum dritten Mal Mutter geworden ist und deshalb derzeit nur am Rande aktiv sein kann, hat die Cheerleading-Truppe ins Leben gerufen und ist auch ihre Trainerin. Mit Büchern und im Internet hat sie sich über Trainingsinhalte informiert.

„Langfristig wollen wir auch eine Jugendtruppe haben. Anfragen dazu gibt es schon, aber dafür fehlt uns der Trainer“, ist Müller auch hier auf der Suche. So trainieren die Frauen erstmal für sich, mittwochs ab 18 Uhr und samstags ab 13 Uhr auf dem vom SV Blau-Weiß Grana zur Verfügung gestellten Nebenplatz an der Bundesstraße 180. „Wer Lust hat zu uns zu kommen, ist jederzeit herzlich eingeladen“, ruft die Trainerin auf. Entweder mit Sportkleidung einfach vorbeikommen oder sich vorab informieren über die Facebook- und Instagram-Seiten der Cheerleader.

Das Logo der Cheerleader
Das Logo der Cheerleader
Foto: Weimer

Sponsorensuche für Trainingsanzüge und Matten

Gesucht werden aber auch Sponsoren, die das kostenintensive Hobby der Truppe unterstützen möchten. Zwar verfügen die Frauen über die typischen Winke-Puschel, Pompons genannt, und haben auch einheitliche T-Shirts.

„Aber wir würden uns natürlich gern richtige Cheerleading-Uniformen anschaffen. Und wir bräuchten auch Trainings-Ausrüstung wie spezielle Matten. Das ist leider alles ziemlich teuer“, sagt Sindy Müller. Es wäre eine Investition in einen zukunftsträchtigen Sport, der erst Ende Juli vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) offiziell anerkannt worden ist. Und 2024 soll Cheerleading auch bei den Olympischen Spielen in Paris im Programm sein.