Pizza backen in der Schule

Das sind die Ganztagsangebote am Agricolagymnasium Hohenmölsen

Das Agricolagymnasium in Hohenmölsen präsentiert seine vielfältigen Ganztagsangebote. Welche Arbeitsgemeinschaften die Schüler besuchen können.

Von Andrea Hamann-Richter
 Pädagoge Johannes Rohr (v.l.) leitet einen Hauswirtschaftskurs. Beim Schnuppertag schauten Alina Rübner, Eleena Knopke, Lehrerin Mirjam Tuchscherer und Ranja Riedel vorbei und buken Pizza.
Pädagoge Johannes Rohr (v.l.) leitet einen Hauswirtschaftskurs. Beim Schnuppertag schauten Alina Rübner, Eleena Knopke, Lehrerin Mirjam Tuchscherer und Ranja Riedel vorbei und buken Pizza. (Foto: Andrea Hamann-Richter)

Hohenmölsen/MZ - Klack, klack, klack. Immer wieder schütteln am Dienstagnachmittag Schüler des Agricolagymnasiums in Hohenmölsen Graffitisprayflaschen. Nachdem sie den Inhalt gut gemischt haben, richten sie die Sprühköpfe auf schwarze Mülltonnen. Die Jungen und Mädchen verzieren die Behälter mit kunstvollen Bildern zum Thema Umweltschutz.

Damit gehören sie zu den vielen Akteuren, die an diesem Tag die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften der Schule vorstellen. Insgesamt gibt es etwa 20 Auswahlmöglichkeiten und Ziel dieses Tages sei es, das Ganztagsangebot des Gymnasiums wieder mehr in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, sagt Pädagoge und Mitinitiator Christian Erler. Das sei nämlich in der Pandemie etwas in den Hintergrund gerückt, zumal ja auch kein Tag der offenen Tür stattfinden konnte. Zudem wollen sie so dem Schülerschwund entgegenwirken, den Eltern und Kindern zeigen, auf welch vielfältige Art und Weise es möglich ist, sich in Hohenmölsen in Projekte sowohl im Unterricht als auch außerhalb der Schule einzubringen.

Für jedes Interesse sei etwas dabei

Elina Vetter gehört zu den Schülern, die die Mülltonnen farbig gestalten. Mit prüfendem Blick schaut sie sich ihr Werk an. Eigentlich hätten sie das an den Wänden ihres Klassenraumes vorgehabt, sagt sie. Aber dann kam die Pandemie und Schule fand lange nicht mehr im Gymnasium, sondern online zu Hause statt. Schließlich hätten aber Bürgermeister Andy Haugk (parteilos) und Lehrer die Idee entwickelt, der Verunreinigung des nahegelegenen Busbahnhofes entgegenzuwirken. Es wurden sechs neue schwarze Tonnen angeschafft, auf denen die Schüler unter anderem darstellen, dass es alleine fünf Jahre braucht, bis ein achtlos auf den Boden geworfener Kaugummi sich in seine Bestandteile aufgelöst hat. Bei Plastik dauere es sogar 200 Jahre, sagt die Schülerin.

 Die Schüler  besprühen  Mülltonnen und weisen auf den Umweltschutz hin.
Die Schüler besprühen Mülltonnen und weisen auf den Umweltschutz hin.
(Foto: Andrea Hamann-Richter)

Hochkonzentriert sitzen an anderer Stelle Ben Bergmann, Nils Röder und Tiberius Thurm an einem Tisch. Vor ihnen befindet sich ein Schachbrett - jeder Zug ist gut überlegt. Die Jungs sind in diesem Jahr erst auf das Gymnasium gekommen und interessieren sich sehr für die Schach-AG. Sie müssten nur noch in Erfahrung bringen, wann diese stattfinde, dann seien sie auf jeden Fall dabei. Mit dabei ist an diesem Tag auch die Mutter von Ben, Katrin Bergmann. Sie nutzt die Möglichkeit, sich über die vielen Beschäftigungsmöglichkeiten zu informieren. Die Bandbreite sei beeindruckend. Für jedes Interesse sei etwas dabei, lobt sie.

Tipps und Tricks in der Küche

Wie die Lehrerin Antje Rahm erzählt, werde bei dem Angebot keiner starren Linie gefolgt. Wichtig sei es deshalb, das es für die derzeit 470 Kinder dynamisch gehalten werde. Wichtig sei es auch, es lebensnah zu gestalten. So wird auch in diesem Jahr der Lehrer Johannes Rohr einen Hauswirtschaftskurs anbieten. Am Schnuppertag wird dort erst einmal Pizza zubereitet. Das gefällt beispielsweise der Schülerin Alina Rübner. Sie selber koche jetzt schon gern. Sie hoffe, in diesem Kurs noch viele Tipps und Tricks in der Küche zu lernen und mit selbst hergestellten Gerichten die Familie zu beeindrucken, verrät sie augenzwinkernd. Dabei geht es auch um ganz praktische Dinge. So erzählt die Schülerin Ranja Riedel, dass sie schon während dieses Aktionstages erfahren habe, dass es wichtig sei, den Arbeitsbereich in der Küche immer sauber zu halten.

Lehrerin Carola Reinhardt hingegen zeigt auf dem Außengelände, was bei ihr in der Keramik-AG hergestellt werden kann. Es seien Schüler aller Altersklassen willkommen. Je nach Bedürfnissen passe sie die Arbeiten an, sagt sie. An diesem Tag fertigt sie mit den Schülern, die zu ihr kommen, Schilder aus Ton an. Auf ihnen stehen die Namen verschiedener Kräuter geschrieben. Sie sollen in der Kräuterspirale, die Schüler auf dem Gelände des Gymnasiums errichtet haben, gesteckt werden. „Jeder soll wissen, was es für Sorten sind“, sagt sie. Die Arbeit mache Spaß, finden Nina Krischok und Leonie Richter, die bei Carola Reinhardt Platz genommen haben und bei den Schildern helfen.