Offener Brief wirft Fragen auf

Aktivistin fordert Ende der Corona-Maßnahmen an den Schulen im Burgenlandkreis

Von Martin Walter und Alexander Kempf 17.09.2021, 11:03
Mund-Nasen-Maske im Klassenraum - Symbolbild
Mund-Nasen-Maske im Klassenraum - Symbolbild (Foto: Matthias Balk/dpa)

Weissenfels/Naumburg/MZ - In einem offenen Brief hat die Naumburgerin Beate van der Meer ein Ende der Corona-Maßnahmen an den Schulen im Burgenlandkreis wie Maskenpflicht und Tests gefordert. Diesen Aufruf sollen nach ihrer eigenen Darstellung bereits 200 Unterzeichner unterstützen. Adressiert hatte van der Meer ihre Forderung unter anderem an Landrat Götz Ulrich (CDU), Kreisbildungsamtsleiter Robert Aßmann sowie den Kreiselternrat. Nicht erwähnt hatte van der Meer in ihrem veröffentlichten Schreiben, dass sie sich selbst politisch engagiert. Die Partei „Die Basis“ führt Beate van der Meer auf ihrer Internetseite als Stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Burgenlandkreis. Also jener Partei, die im vergangenen Sommer im Umfeld der Proteste gegen Schutzmaßnahmen der Covid-19-Pandemie gegründet worden ist.

Absenderin politisch aktiv

Auch Beate van der Meer ist nach MZ-Informationen bei entsprechenden Protestkundgebungen als Rednerin aufgetreten. Der von der Aktivistin initiierte Offene Brief deckt sich mit den Forderungen ihrer Partei im aktuellen Bundestagswahlkampf.

Landrat Götz Ulrich hatte bis zum Donnerstag keine Kenntnis von dem Offenen Brief. Er könne aber auch nichts an den aktuell geltenden Regeln in den Schulen ändern, da diese sich „aus der aktuellen Corona-Eindämmungsverordnung des Landes ergeben“, erklärte der Landrat auf Nachfrage. Das Landratsamt des Burgenlandkreises habe keine weitreichenderen Maßnahmen als diese beschlossen und habe dies aktuell auch nicht vor. Van der Meer hat indes angekündigt, dem Landrat in der kommenden Woche auch Kopien der Unterschriftensammlung zukommen lassen zu wollen.

Stark verknappt

Van der Meers Brief wirft aber auch inhaltliche Fragen auf. So verweist die Aktivistin bezüglich Tragen von Masken auf eine Studie der Universität Witten/Herdecke. Wonach mehr als zwei Drittel der Kinder vom Maske tragen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Erschöpfung, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen aufweisen. Tatsächlich handelte es sich dabei um ein von der Universität initiiertes Register, das ursprünglich an Ärzte adressiert war. Bei dem aber Tausende Eltern im Internet Daten eintrugen. Die Universität selbst informiert, dass ein solches Register nicht die Bevölkerung abbilde und die Daten nicht repräsentativ seien. „73 Prozent der Teilnehmer äußerten sich kritisch gegenüber den Maßnahmen - was Folge oder auch Ursache von Beschwerden sein kann“, so die Forscher. Heißt - es ist möglich, dass die Abneigung gegenüber Masken die Wahrnehmung beeinflusst hat.