Ärger um DDR-Nostalgie an Thüringer Gymnasium

Ärger um DDR-Nostalgie an Thüringer Gymnasium: Lehrerin posiert im FDJ-Hemd

Erfurt/Suhl/DPA. - Eine Lehrerin eines Suhler Gymnasiums, die vor ihren Schülern auf einem Tisch liegend im FDJ-Hemd posiert, hat für Empörung in Thüringen gesorgt. Das Foto, das die „Bild“-Zeitung am Freitag veröffentlichte, sei Anlass, den Vorfall zu prüfen, erklärte Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) in Erfurt. „Unsere Schulen sind keine Orte für DDR-Kitsch“, erklärte er. Das Foto sei nicht im Unterricht, sondern in der letzten Schulwoche des Abiturjahrgangs 2013 bei sogenannten Mottotagen entstanden und ins Internet gelangt, sagte der Stellvertretende Leiter des Staatlichen Schulamtes Südthüringen, Michael Kaufmann, der Nachrichtenagentur ...

Eine Lehrerin eines Suhler Gymnasiums, die vor ihren Schülern auf einem Tisch liegend im FDJ-Hemd posiert, hat für Empörung in Thüringen gesorgt. Das Foto, das die „Bild“-Zeitung am Freitag veröffentlichte, sei Anlass, den Vorfall zu prüfen, erklärte Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) in Erfurt. „Unsere Schulen sind keine Orte für DDR-Kitsch“, erklärte er. Das Foto sei nicht im Unterricht, sondern in der letzten Schulwoche des Abiturjahrgangs 2013 bei sogenannten Mottotagen entstanden und ins Internet gelangt, sagte der Stellvertretende Leiter des Staatlichen Schulamtes Südthüringen, Michael Kaufmann, der Nachrichtenagentur dpa.

Schulamt missbilligt Präsentation

Das Schulamt missbillige die Art und Weise, wie sich die Lehrerin dabei präsentiert habe. Eigentlich sollte mit den Jugendlichen der DDR-Schulalltag auf satirische Weise beleuchtet werden, habe ihm die Lehrerin in einem Gespräch erklärt, sagte Kaufmann. Ihr sei erst im Nachhinein klar geworden, dass solche Bilder den Eindruck erwecken könnten, der DDR-Schulalltag solle verherrlicht werden.

Einige der Schüler stecken auf dem Foto ebenfalls in Blauhemden der FDJ, im Pionier-Outfit mit rotem Halstuch oder im DDR-Trainingsanzug. Er könne vor Abschluss der Prüfung dienstliche Konsequenzen weder ausschließen, noch wolle er sie ankündigen, sagte Kaufmann.

Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow bezeichnete das Agieren der Lehrer bei Twitter als nicht klug. Seinen Angaben zufolge ist die Frau aktives Mitglied der Linken und war zeitweise auch Stadtratsmitglied. Trotz ihres Fehlers handele es sich um eine engagierte Geschichtslehrerin, die mit ihren Schülern auch Unterrichtsprojekte mit der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen oder Fahrten zur Mauer-Gedenkstätte Bernauer Straße organisiert habe.

Sensibler Umgang mit Thematik gefordert

Bildungsminister Matschie erklärte: „Wir haben in Thüringen eine Schulkultur, die sich kritisch mit der SED-Diktatur und ihrer Funktionsweise auseinandersetzt. Auch wenn die Fotos nicht im Rahmen des Unterricht entstanden sind: Von unseren Lehrerinnen und Lehrern erwarte ich, dass sie sensibel und klar mit dem Thema DDR-Geschichte umgehen.“