Ein Ort mit Zukunft

Zeitzer Kreativstätte in der alten Nudelfabrik mit einem Demografiepreis ausgezeichnet

Die Zeitzer Kreativstätte in der alten Nudelfabrik wurde in Magdeburg mit einem Demografiepreis ausgezeichnet.

Von Silvia Kücken 20.11.2021, 14:00
Die Außenansicht der alten Nudelfabrik in Zeitz, aufgenommen im Herbst 2020.
Die Außenansicht der alten Nudelfabrik in Zeitz, aufgenommen im Herbst 2020. Foto: René Weimer

Zeitz/MZ - Noch vor etwa vier Jahren stand die alte Industriebrache leer, Bäume und Sträucher hatten den Innenhof zugewuchert. Mittlerweile treffen sich dort auf einer nun gepflegten Grünfläche junge Kreative aus Kultur und Wirtschaft. Und für diese Wiederbelebung der alten Zeitzer Nudelfabrik in der Paul-Roland-Straße wurde das Immobilienunternehmen „urban bricks“ bereits am Dienstagnachmittag mit dem Sonderpreis „Zukunft“ ausgezeichnet.

Zeitzer Kreativstätte in der alten Nudelfabrik mit einem Demografiepreis ausgezeichnet

Dieser wurde anlässlich der Verleihung der Demografiepreise Sachsen-Anhalt in Magdeburg vergeben. Die Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Lydia Hüskens (FDP), und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) überreichten die Preise an Vereine und Initiativen, die den demografischen Wandel im Bundesland beispielgebend gestalten und sich für ihre Region einsetzen.

Die Laudatio zur Zeitzer Initiative hielt Mike Kattner, Vertreter der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB), welche den Sonderpreis Zukunft mit einem Preisgeld von 1.000 Euro ausgelobt hat. Er vertrat damit Geschäftsleiter Marc Melzer, der als Jurymitglied ursprünglich die Rede halten sollte, aber zur Verleihung nicht in Magdeburg sein konnte. „In der Kategorie „Zukunft“ werden Projekte prämiert, die schon heute an morgen denken. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Austausch und dem Miteinander zwischen den Generationen“, sagt Kattner in seiner Rede.

Liebevoller Erhalt der alten Bausubstanz beeindruckte

Genau diesen Ansatz verfolge auch die Zeitzer Initiative. „Das Projekt hat eine große gesellschaftliche Bedeutung“, sagt er. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, dass es ein Projekt aus einer aktuellen Strukturwandelregion sei. Außerdem übe die Kreativstätte eine große Strahlkraft in verschiedene Berufsgruppen aus wie Künstler, Kreative aber auch den IT-Bereich. Zudem wollte man die hohe finanzielle Eigenbeteiligung der Investoren und ihre Ideeninitiative würdigen, sagt Kattner im Gespräch.

Er bedauere es, dass er selbst noch nicht die Räume der „Nudel“ besichtigen konnte. Aber er habe sich im Zuge der Preisverleihung intensiv mit diesem Ort beschäftigt und konnte mit den Inhabern, dem Ehepaar Mathias und Birgit Mahnke, persönlich bei einer Veranstaltung sprechen. Ihn beeindrucke besonders der liebevolle Erhalt alter Bausubstanz, indem die alte Fabrik nur behutsam Stück für Stück saniert werde.

Eigentümer erhielten etwa zwei Minuten langen Imagefilms über ihr Projekt

Das Objekt würde dadurch seinen Charme erhalten und sei damit besonders ansprechend für die jungen, kreativen Nutzer. „So bleibt auch gewissermaßen Kunst- und Baugeschichte erhalten und dies verbindet die Bevölkerung“, sagt Kattner. Mit den verschiedenen Projekten in der ehemaligen Fabrik würde etwas im Sinne der Stadt entstehen, ist er überzeugt. „Es ist die ,Nudel’ der Zeitzer.“

Zum „Zukunftspreis“ erhielten die Eigentümer, die den Preis nicht persönlich entgegennehmen konnten, aber in einem Live-Video dazu geschalten wurden, außerdem die Produktion eines etwa zwei Minuten langen Imagefilms über ihr Projekt. Die Dreharbeiten fanden laut Eigentümer Mahnke bereits letzte Woche in der Fabrik statt. 142 Bewerbungen wurden dieses Jahr für den jährlichen Demografiepreis eingereicht. Elf Vereine und Initiativen in drei Kategorien erhielten einen Preis.