EU-Initiative nimmt Formen an

Zeitz bei „Neues Europäisches Bauhaus“ in guter Gesellschaft

Von Angelika Andräs 05.10.2021, 13:30
Luftbild der Kernstadt Zeitz
Luftbild der Kernstadt Zeitz (Foto: Stedtler)

Zeitz/MZ - Der Kohleausstieg steht an, und neue Ideen für die Zukunft müssen her. Eine davon fußt auf einer besonderen Tradition: Das Netzwerk „Ein neues Europäisches Bauhaus“ nimmt Gestalt an. Das bestätigte der Zeitzer Oberbürgermeister Christian Thieme (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung. Unter Federführung der Staatskanzlei ist das Netzwerk als „Das Sachsen-Anhalt-Projekt“ ins Leben gerufen worden. „Dieses Netzwerk hat als ersten inhaltlichen Aufschlag das Konzept eines New European Bauhaus - Structural Transformation Lab Saxony-Anhalt entwickelt“, so Thieme. Zum Netzwerk gehören neben der Stadt Zeitz bereits die Stiftung Bauhaus Dessau, die Hochschule Anhalt, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Stadt Dessau-Roßlau mit ihrer Bauhaustradition, das Forum Rathenau, die Burg Giebichenstein, die SALEG/Kompetenzzentrum Stadtumbau und die Fraunhofer-Allianz Bau.

Neue Carbon-Kultur

Hintergrund ist der anstehende Kohleausstieg und der damit verbundene Strukturwandel. „Wie der Kohleausstieg in der Region mit einer neuen Carbon-Kultur gestaltet werden kann - in der Architektur, in der Agrikultur, in der Mobilität, in der Bildung, kulturellen Vermittlung und in der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen: Dafür werden in Sachsen-Anhalt im Reallabor von Hochschulen, Forschungsinstituten, Unternehmen und Kultureinrichtungen Konzepte erarbeitet und umgesetzt“, erläuterte Thieme. „Gleichermaßen werden Kunst- und Kreativschaffende, Studierende, Architekten und Ingenieure, Hochschulen und Innovatoren angesprochen.“ Aktuell arbeitet das Land Sachsen-Anhalt an einem Vorhaben zur Untersetzung der Bauhaus-Initiative. Dabei wird das Land den Strukturwandel in der Kohleregion und die damit verbundenen Transformationsprozesse eng mit dem Europäischen Bauhaus verknüpfen.

Gute Vorarbeit geleistet

Da in Zeitz bereits viele wertvolle Vorarbeiten geleistet wurden, auch im Hinblick auf zentral gelegene Altindustriebrachen oder historische Industriegebäude, stellt sich die Stadt „als eine sehr gute Fallstudie sowie auch als praktisches Anwendungsbeispiel dar, wie zukünftig im Sinne des Neuen Europäischen Bauhaus gebaut und gelebt werden sollte“. Insoweit ist die Stadt Zeitz an den aktuell laufenden Vorarbeiten für die Erstellung eines Projektantrages eng beteiligt. Zahlreiche, in diesem Zusammenhang prominente Vertreter der Beteiligten, darunter auch die neue Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau Barbara Steiner, konnten schon mehrfach in Zeitz begrüßt werden, so Thieme. Ein weiteres Treffen findet am 5. Oktober in Dessau statt.