Tierheim in Zeitz

Tierheim in Zeitz: Gesuchte Wolfshündin wird jetzt versorgt

Zeitz/Gladitz - Zwar ist sie noch sehr scheu, aber am Montagvormittag spaziert sie schon ganz mutig an der Leine neben Tierheimmitarbeiter Karsten Dittmann an der Elster entlang. „Tessa“, wie sie inzwischen genannt wird, ist der seit zehn Tagen streunende Wolfshund, den ein Suchtrupp Samstag eingefangen hat und zur Versorgung ins Zeitzer Tierheim gebracht hat. Den ersten Tag hat die Hündin viel geschlafen und ganz normal gefressen. „Wir konnten ihr sogar ein Halsband und das Laufgeschirr umlegen und die vielen Zecken entfernen“, so Tierheimchefin Eva-Maria Bauer. Auch erste Gassi- und Spaziergehversuche haben Dittmann und die Wolfshündin bereits hinter sich. Zu anderen Hunden hat sie bislang aber noch keinen Kontakt. „Das muss man alles langsam angehen“, meint ...

Von Anja Melior

Zwar ist sie noch sehr scheu, aber am Montagvormittag spaziert sie schon ganz mutig an der Leine neben Tierheimmitarbeiter Karsten Dittmann an der Elster entlang. „Tessa“, wie sie inzwischen genannt wird, ist der seit zehn Tagen streunende Wolfshund, den ein Suchtrupp Samstag eingefangen hat und zur Versorgung ins Zeitzer Tierheim gebracht hat. Den ersten Tag hat die Hündin viel geschlafen und ganz normal gefressen. „Wir konnten ihr sogar ein Halsband und das Laufgeschirr umlegen und die vielen Zecken entfernen“, so Tierheimchefin Eva-Maria Bauer. Auch erste Gassi- und Spaziergehversuche haben Dittmann und die Wolfshündin bereits hinter sich. Zu anderen Hunden hat sie bislang aber noch keinen Kontakt. „Das muss man alles langsam angehen“, meint Dittmann.

Tier zehn Tage gesucht

Schon am Samstagabend haben wir geahnt, dass wir die Hündin bald bei uns haben werden“, sagt Bauer. Über eine Woche streifte „Tessa“ durch Wald und Flur, durch Ortschaften, über Bundesstraßen - selbst über die Autobahn. Zehn Tage war der Suchtrupp dem Tier auf der Spur. Mehrmals standen deren Mitglieder kurz davor, sie zu fangen. Doch ohne Distanznarkose klappte es nicht. Da der zuständige Amtstierarzt Volkmar Schurig sich weigerte (er berief sich darauf, dass es kein Hund, sondern ein Wolf sei), den Vierbeiner zu betäuben, versuchte der Suchtrupp es allein und bekam Kontakt zu Heino Krannich, Experte für Tierbetäubungen. Allein in diesem Jahr konnte er schon 13 Tiere einfangen und in Sicherheit bringen. Krannich verfolgte die Suche nach dem Hund bereits über die Medien, war in der Nähe und bot seine Hilfe an, welche dankend angenommen wurde.

Einige Male hatte der Suchtrupp am Samstagvormittag Sichtkontakt zum Ausreißer, folgte ihm und beschloss, hinter der Jugendherberge Kretzschau in Richtung Gladitz den Narkosepfeil zu setzen. „Wir haben sie“, ging die Nachricht unter allen aktiven Helfern herum wie ein Lauffeuer.

Anruf-Marathon beginnt

Da lag sie: Betäubt mit heraushängender Zunge. „Das sieht jetzt komisch aus, aber sie ist wirklich nur betäubt“, erklärte eine Helferin. Das Tier wurde in einen Käfig gelegt und kam schnell wieder zu sich. Für die Helfer begann ein Anruf-Marathon. „Wir haben versucht, den Amtstierarzt zur Hilfe zu holen, damit er uns den Chip ausliest und erklärt, wo wir sie abgeben können“, so eine Helferin. Doch der verwies sie nur an die Polizei. Diese sei ebenfalls der falsche Ansprechpartner, wie der Suchtrupp erfuhr und wurde an die Feuerwehrleitstelle verwiesen. „Wir mussten auch da wieder erklären, dass es kein Wolf ist. Nach langer Diskussion verschaffte man uns den Kontakt zum Zeitzer Tierheim. Dorthin durften wir die Wolfshündin dann bringen“, so die Helferin.

Für die Mitarbeiter des Tierheims war das Einfangen des Wolfshunds die absolut richtige Entscheidung. „Man merkt dem Tier an, dass es mit Menschen groß geworden ist. Es ist auf jeden Fall kein Hund, der Wochen oder Monate in freier Wildbahn gelebt hat“, so die Leiterin.

Wie Bauer erklärt, könnte die Suche nach dem Besitzer schwierig werden. Die Tiere müssen zwar gechipt sein, jedoch besteht keine Pflicht der Registrierung bei einem Haustierregister. Eine Suchanzeige auf Tiersuchportalen wie beispielsweise Tasso.de sei zumindest nicht aktiv. Das Auslesen des Chips habe nun aber die Gewissheit erbracht, dass es sich bei „Tessa“ nicht, wie bisher vermutet, um den gestohlenen Hund aus Hamburg handelt, der bereits seit November 2014 als vermisst gemeldet ist. Sowohl Tierheim als auch der Suchtrupp bemühen sich jetzt, den Besitzer ausfindig zu machen. (mz)