Nach einem Jahr Corona-Pause

Seifenkisten rollen wieder am Schlossberg in Droyßig

Im September soll es nach einem Jahr Pause wieder das beliebte Rennen am Schlossberg in Droyßig geben. Eine Familie ist zum ersten Mal mit dabei.

Von Matthias Voss
Samanta Geißler und ihr Vater Steffen Nüssel bereiten sich auf das Seifenkistenrennen im September in Droyßig vor.
Samanta Geißler und ihr Vater Steffen Nüssel bereiten sich auf das Seifenkistenrennen im September in Droyßig vor. Foto: René Weimer

Droyssig/MZ - Samantha hat schon mal Platz genommen, der Helm passt, die Bremse funktioniert und Papa Steffen Nüssel justiert noch ein bisschen die Lenkung. Für die Elfjährige könnte es losgehen mit dem Seifenkistenrennen in Droyßig. Sie will am Samstag, 11. September zum ersten Mal mit dabei sein. Nach einem Jahr corona-bedingter Pause startet der Kulturverein Gemeinde Droyßig seine fünfte Auflage.

Seifenkisten am Schlossberg in Droyßig rollen wieder

Die Strecke vom Quesnitzer Weg die Schlossstraße herunter bis zur Hasselbachbrücke ist die gleiche geblieben. „Aber natürlich müssen wir neben den Sicherheitsstandards für unsere Fahrerinnen und Fahrer auch die aktuelle Corona-Situation beachten“, erklärt Vereinsvorsitzender Leonardo Stürtze. Man habe lange im Verein überlegt, ob man es wieder wagen wolle, aber sich letztendlich mehrheitlich dafür entschieden. Einfach damit mal wieder was stattfindet in Droyßig.

Spätestens Mitte August soll ein Hygienekonzept eingereicht werden, wenn das dann überhaupt noch nötig ist für die Freiluftveranstaltung. „Es kann aber natürlich auch sein, dass wir das Seifenkistenrennen wieder absagen müssen, wenn so ein Event nicht mehr erlaubt ist“, rechnet Stürtze mit allem. Auf alle Fälle kam die Nachricht bei den potenziellen Teilnehmern schon mal gut an. Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich über ein Dutzend Fahrerinnen und Fahrer an, knapp die Hälfte davon aus Droyßig selber.

Üben mit den Seifenkisten schwierig

Darunter eben auch Samantha Geißler, die eine Kiste vom Kulturverein zur Verfügung gestellt bekommt. „Ich war schon mal zum Gucken dabei und auch als wir mit unserer Kinderfeuerwehr dort einen Stand hatten. Das hat so viel Spaß gemacht zuzuschauen, dass ich das selber mal ausprobieren wollte“, sagt die Elfjährige.

Wenn alles gut geht und seine Tochter Spaß bei der Sache hat, überlegt Papa Steffen, für das nächste Jahr eine eigene Kiste zu bauen. Nur mit dem Üben könnte es schwierig werden. „Vielleicht mal in den Abendstunden ein paar Meter vor dem Haus, aber Sam wird das schon packen“, ist sich Nüssel sicher, dass seine Tochter nicht nur mit Spaß, sondern auch erfolgreich mit dabei sein wird.

Stolz auf die Enkelin

Wertvolle Tipps könnte Opa Karlheinz Nüssel liefern. Denn der 72-Jährige ist in den 1960er Jahren selber über die Piste gebrettert. „Das waren abenteuerliche Geräte aus Kinderwagen, die wir mit Brettern versehen haben“, erinnert er sich. Die bevorzugte Strecke war der lange Berg von Romsdorf in Richtung Thierbach, der damals noch nicht asphaltiert war.

„Da ist dann auch schon mal ein Reifen ausgebrochen und man hat sich überschlagen. Aber es ist nie was Ernsthaftes passiert, auch wenn wir keine Helme getragen haben“, berichtet Nüssel von seinen Jugendsünden. Jetzt ist er stolz auf die Enkelin, würde am liebsten selber mitmachen, fühlt sich dafür aber zu alt. „Ich werde wohl mit meinen Luftballons mit dabei sein, freue mich also so oder so auf das Seifenkistenrennen“, so der Senior.

Abwarten auf Bedingungen: normalerweise findet das Droyßiger Seifenkistenrennen im August

Was das Nebenprogramm betrifft, ist der Kulturverein noch in der Planung. Aber fest stehe schon, dass sich der Gartenverein, die Gemeindebibliothek, die Kita und der Hort beteiligen werden. „Und die Schlepperfreunde werden wieder wie gewohnt Leckeres vom Grill präsentieren“, freut sich Leonardo Stürtze. Besonders gesucht werde noch ein Eiswagen.

Ansonsten müsse nun abgewartet werden, wie die Bedingungen sind. Auch was das Wetter betrifft. Denn normalerweise findet das Droyßiger Seifenkistenrennen im August statt. „Aber wegen der späten Ferien rutscht das jetzt in den September. Und mit dem Wetter war es ja sowieso immer unterschiedlich“, sagt der Vorsitzende des Kulturvereins. Und so gilt auch in diesem Jahr wieder das Motto: Runter kommen sie alle.