Ritterschlag für Floßgraben

Ritterschlag für Floßgraben: System gehört jetzt zur Europäischen Route Industriekultur

Zeitz - Das Grabensystem gehört jetzt zur Europäischen Route der Industriekultur. Neue Infotafeln für Touristen werden in Zeitz hergestellt.

Von Yvette Meinhardt

Der Elsterfloßgraben gehört jetzt zur Europäischen Route der Industriekultur - European Route of Industrial Heritage (Erih). Damit erfährt das einzigartige technische Denkmal der Wasserbaukunst eine länderübergreifende Würdigung. Somit gehört der Elsterfloßgraben zu mehr als 1.850 Stätten in 47 Ländern Europas, die das industrielle Erbe zeigen. Vereinsvorsitzender Frank Thiel freut sich über diese Anerkennung. „Sie bestätigt die herausragende Bedeutung für jenes Grabensystem, welches bereits im 16./17. Jahrhundert gebaut wurde“, sagt Thiel.

Denn der Elsterfloßgraben besaß eine große Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte Mitteldeutschlands und gilt als eine wesentliche Voraussetzung für die Industrialisierung. Doch der Förderverein ruht nicht. So entstehen in der Zeitzer Metallbauwerkstatt von Thomas Trummer die Gestelle für fünf neue Informationstafeln. Diese sollen zum Tag des Wassers Anfang März in der Stadt Leuna feierlich eingeweiht werden.

Denkmalorte am Flößerpfad erweitert

Drei der insgesamt fünf Tafeln sollen am Floßgraben in Kötzschau (Stadt Leuna) aufgestellt werden. Mit der Produktion hat die Stadt Leuna die Zeitzer Firmen Wila Etiketten und die Firma Metallbau Trummer beauftragt. Es sind die ersten Tafeln, die das Logo der Europäischen Route der Industriekultur tragen werden. Damit werden die Denkmalorte am Flößerpfad erweitert. Grundstein für den touristischen Pfad wurde bereits 2017 in Nempitz (Bad Dürrenberg) gelegt, im November 2020 wurde der Abschnitt in Crossen eingerichtet.

Gleichzeitig gibt diese internationale Anerkennung dem Förderverein Auftrieb im weiteren Kampf um die Revitalisierung des Floßgrabens. So kämpft Thiel unermüdlich dafür, dass die Sanierung des Floßgrabens im Strukturwandel Berücksichtigung und Aufnahme in ein Förderprogramm findet. Denn Strukturwandel sei mehr als die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Und so freute sich Thiel von Umweltministerin Claudia Dalbert (Die Grünen) auf dem jüngsten Kohleforum zu hören: „Das Projekt steht auf der Agenda ganz oben.“

„Kathedralen der Arbeit“

Thiel wird nicht müde zu argumentieren, dass es in der Denkmalkultur der Region wichtig sei, nicht nur der „Kathedralen des Geistes“ zu gedenken, sondern auch die „Kathedralen der Arbeit“ im Blick zu haben. Denn im Strukturwandel der Braunkohleregion soll wieder ein industrieller Zweig aus dem wirtschaftlichen Leben verschwinden. Dieses Erbe müsse man bewahren. Deshalb gibt es eine enge Kooperation zwischen der Zeitzer Brikettfabrik Herrmannschacht und dem Förderverein Elsterfloßgraben, so zum Beispiel bei den Tagen der Industriekultur. (mz)