Pilz-Experte gibt Tipps

Pilz-Experte gibt Tipps: Sammeln zu jeder Jahreszeit

Zeitz - Im Frühling Pilze sammeln? Das geht doch nur im Herbst, werden viele denken. Irrtum, sagt Eberhard Ditscher.

Von Christiane Rasch

Im Frühling Pilze sammeln? Das geht doch nur im Herbst, werden viele denken. Irrtum, sagt Eberhard Ditscher. „Pilze gibt es das ganze Jahr über. Die Hauptzeit ist von März bis Dezember“, so der Zeitzer. Er muss es wissen. Schließlich berät er als Pilzsachverständiger seit mehr als 38 Jahren Sammler. Erst diese Woche kam ein Mann aus Weißenfels mit seinen Funden auf Ditschers Hof. Er wollte wissen, um welche Art es sich bei den von ihm gesammelten Pilzen handelt und ob diese essbar sind. Nach einem kurzen Blick gab Ditscher grünes Licht: Morcheln.

„Von diesen Frühlingspilzen gab es in diesem Jahr schon relativ viele“, erklärt er. Die gängigsten in der Region seien die hohe Morchel, die Spitz- und Speis-Morchel sowie die Böhmische Verpel. Sofern sie frisch sind, lassen sie sich gekocht genießen oder eignen sich in getrockneter Form für Soßen.

Pilze: Vorsicht ist bei sogenannten giftigen Karbol-Champignons geboten

Vorsicht ist laut Ditscher bei sogenannten giftigen Karbol-Champignons geboten. Diese seien in der Region jedes Jahr in Massen zu finden, etwa in Kayna, dem Droyßiger Wald und dem Zeitzer Forst. In ihrem Aussehen gleichen sie herkömmlichen Champignons, die in Kaufhallen erhältlich sind. Jedoch reichen schon geringe Mengen, um nach dem Verzehr Durchfall und Erbrechen auszulösen. Unterscheiden lassen sich die giftigen von den essbaren Champignons durch ihren Geruch. „Sie riechen ganz deutlich nach Carbol, also Desinfektionsmittel“, erklärt Ditscher. Wer sich beim Sammeln dennoch unsicher ist, sollte vor dem Verzehren auf Nummer sicher gehen und den Rat eines Experten einholen.

Und wie bewahrt man die Exemplare nach dem Sammeln am besten auf? Auf keinen Fall im Kühlschrank, sagt Ditscher. „Pilze sind sehr wasserhaltig und brauchen Luft, weil sie sonst zu schnell schimmeln. Das Schlimmste ist deshalb, sie in eine Plastiktüte zu legen.“

Kontakt zu dem Pilzsachverständigen Eberhard Ditscher telefonisch unter: 03441/214610. Die Beratung ist kostenlos. (mz)