Kampf gegen die vierte Welle

Hohe Nachfrage: Zeitzer stehen stundenlang in der Warteschlagen für eine Coronaimpfung

Impfbus auf dem Altmarkt wird überrant. Wie der Kreis reagiert.

Von torsten Gerbank 10.11.2021, 12:42
Schlange am Impfbus auf dem Altmarkt.
Schlange am Impfbus auf dem Altmarkt. (Foto: Torsten Gerbank)

Zeitz/MZ - Hunderte Menschen: Der Impfbus des Burgenlandkreises hat am Montag auf dem Zeitzer Altmarkt einen bis dato nicht gekannten Ansturm erlebt. Insgesamt sind an diesem Tag vom dreiköpfigen Impfteam des Rettungsdienstes des Kreisverbandes Zeitz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das von einem Arzt ergänzt wurde, 260 Frauen und Männer gegen das Coronavirus geimpft worden.

Genügend Impfstoff für Halle

Der Andrang hatte für die Menschen jedoch eine negative Seite. Laut Kreisverwaltung gab es Wartezeiten von bis zu viereinhalb Stunden. In der kalten Jahreszeit, so Rettungsdienstleiter Andreas Lange, dauere das Impfen schon deshalb länger, weil mehr Zeit für An- und Auskleiden notwendig sei. Jetzt könne nicht, wie im Sommer, einfach nur der kurze Hemdsärmel hochgeschoben werden.

Geplant war, am Montag von 11 bis 17 Uhr zu impfen. Abgefahren vom Altmarkt sei der Impfbus gegen 20 Uhr. Aussagen, nach denen im Verlauf des Tages der Impfstoff ausgegangen sei und Bürger weggeschickt worden seien, wiesen sowohl die Kreisverwaltung als auch der Rettungsdienstleiter zurück. „Es stand immer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung“, so die Kreisverwaltung. Allerdings, so Lange, sei Wartenden durchaus geraten worden, wieder zu gehen.

Erste Ansprechpartner für Booster-Impfung sollen Hausärzte sein

Mit der Begründung, es sei ein Impfangebot in der Organisation, das am Wochenende hier vor Ort zusätzlich genutzt werden könne. Dieses steht nun fest. Konkret bedeutet das, dass in der Turnhalle der Pestalozzischule Freitag, Samstag und Sonntag Schutzimpfungen angeboten werden, und zwar 14 bis 18 Uhr (Freitag), 10 bis 18 Uhr (Samstag) und 10 bis 16 Uhr (Sonntag). Eine Anmeldung sei nicht erforderlich.

Derzeit, so die Erfahrungen des Rettungsdienstleiters, seien vor allem Auffrischungsimpfungen gefragt. Landrat Götz Ulrich (CDU) hatte erst in der vergangnen Woche Briefe an Menschen ab 70 Jahre verschicken lassen und zusätzlich auf diese Möglichkeit hingewiesen. Als ersten Ansprechpartner haber er auf die Hausärzte verwiesen, so die Kreisverwaltung. Möglicherweise hat aber auch gerade dieses Schreiben den Ansturm auf den Impfbus zumindest mit ausgelöst.

Kreisen solle mehr Freiheiten und finanzielle Kapazitäten für ausgeweitetes Angebote erhalten

Erst am vergangenen Freitag hatte es mit 167 Menschen, die sich im Bus impfen ließen, bereits einen Rekord gegeben. An diesem Tag stand das Fahrzeug in Wetterzeube. Laut Lange ist kalkuliert, dass im Bus innerhalb von sechs Stunden etwa 100 Menschen geimpft werden. Am Montag seien es innerhalb dieser Zeit etwa doppelt so viele gewesen.

Landrat Ulrich, so der Kreis, hatte sich bereits im September gegen die Schließung des Impfzentrums in Zorbau ausgesprochen. Er habe jetzt vorgeschlagen, dass den Kreisen wieder mehr Freiheiten und finanzielle Kapazitäten bereitgestellt werden, um die Angebote auszuweiten. Dem habe die Landesregierung Dienstag zugestimmt. Somit ist sei das Impfangebot am Wochenende möglich.