Einsturzgefahr in Zeitz

Einsturzgefahr in Zeitz: Gebäude am Brühl 5 werden abgerissen

Zeitz - In Zeitz beginnt am Dienstag der Abbruch der Gebäude, die sich im Bereich Brühl 5 befinden.

23.01.2018, 12:00

In Zeitz beginnt am Dienstag der Abbruch der Gebäude, die sich im Bereich Brühl 5 befinden. Der Abbruch, so teilte die Stadtverwaltung am Montag mit, sei unumgänglich, weil von den Gebäuden eine hohe Gefahr ausgehe. Es könnten Teile plötzlich in sich zusammenfallen, hieß es. Der Abriss diene der Gefahrenabwehr.

„Damit“, so heißt es in dem Schreiben, „münden Anstrengungen um den Gebäudekomplex im Straßenzug trotz frühzeitiger Einbeziehung der Denkmalbehörden sowie der Beauftragung spezialisierter Gutachter in einem nicht abzuwendenden Rückbau der Gebäude.“

Vorderhaus sollte ursprünglich erhalten werden

Das Oberverwaltungsgericht des Landes Sachsen-Anhalt hatte im August 2016 die Klage auf Erteilung der denkmalrechtlichen Abrissgenehmigung zum Vorderhaus Brühl 5 abgewiesen. Daraufhin, heißt es, waren seitens des Eigentümers, der Stadt Zeitz, Maßnahmen zur Gebäudesicherung vorzunehmen, um einem weiteren Verfall entgegenzuwirken. Um die Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes sorgsam vorzubereiten, wurde laut Stadt ein Holzschutz- und Statikgutachten in Auftrag gegeben.

Ziel sei es gewesen, den Erhalt des Vorderhauses zu erreichen. Die Gutachten zum Vorderhaus, so die Stadt, ergaben jedoch im Wesentlichen, dass das Gebäude in seiner Gesamtheit erhebliche strukturelle Schädigungen aufweist. Im Statikgutachten zum Vorderhaus heißt es unter anderem: „Alle Holzbauteile sind weitgehend durch Anobien- und Pilzbefall, darunter Echtem Hausschwamm, geschädigt. Wie im dazugehörigen holztechnischen Untersuchungsbericht bereits erwähnt, kann es dadurch zum plötzlichen Versagen tragender Bauteile kommen.“

Holzbalken sind von Hausschwamm und Pilzen befallen

Das Verfahren um die Gebäude auf dem Grundstück Brühl 5 läuft sei Jahren. „Die zwischenzeitlich veränderte Personal- und Führungsebene in der Stadt Zeitz ließ eine neue Herangehensweise zu“, heißt es. Trotz der bereits vorliegenden denkmalrechtlichen Rückbaugenehmigung strebte die Stadt Zeitz nun den Erhalt des Hintergebäudes an und prüfte entsprechende Möglichkeiten. Gutachten, die laut Stadt seit Dezember vorliegen, ergaben jedoch, dass alle Bauteile „extrem starke Schädigungen aufweisen“. Vor allem Moderfäule bewirke einen erheblichen Festigkeitsverlust des Holzes. Im Gutachten heißt es: „Tückisch ist die Moderfäule dadurch, dass betroffene Hölzer bei Belastung plötzlich und ohne Vorwarnung durchbrechen können.“ (mz/ank)