Warum es Hoffnung gibt

Bekommt Luckenau ein Museum für den Boxsport?

Von Peter Zielinski
Außenansicht der  Kegelbahn
Außenansicht der Kegelbahn (Foto: Zielinski)

Luckenau/MZ - Wird Luckenau ein Mekka für Freunde des deutschen Boxsports? Unmöglich ist das nicht, denn Ortsbürgermeister Martin Dorniß (FWL) konnte in der jüngsten Ortschaftsratssitzung eine gute Nachricht verkünden. „Die alte Kegelbahn ist verkauft. Sie soll saniert werden und dann wird das Deutsche Boxsportmuseum einziehen.“ Geplant ist demnach, dass auch die Gastronomie reaktiviert wird. In den anderen Räumen sollen Exponate der gesamtdeutschen Boxgeschichte ausgestellt werden. Schließlich befinden sich in der Sammlung, die nach aktuellem Stand gezeigt werden soll, die Ausstellungsstücke aus dem ehemaligen DDR-Boxsportmuseum auf der Insel Rügen und die umfangreiche Sammlung des ehemaligen Betreibers der Münchner Boxfabrik Roland Suttner.

Nach dem Tod des Initiators des Rügener Museums Erich Weichbrodt kaufte Suttner den Fundus. Ausgestellt werden sollen unter anderem die Handschuhe der Boxlegende Max Schmeling. Zahlreiche Bücher und Videos nennt Suttner ebenso sein Eigen. Auch sie wolle er präsentieren. So zumindest war es in Veröffentlichungen zu lesen. Denn schon 2016 wollte Suttner das Museum in Gera aufbauen. Nach Verhandlungen mit der Stadt verlief das Projekt nach MZ-Recherchen mit gegenseitigen Schuldzuweisungen im Sande.

Suttner war 30 Jahre Betreiber der Münchner Boxfabrik und ist nun Vorsitzender des Münchener Vereins Deutsches Boxsportmuseum. Er hat den Trainerschein und in seiner Boxfabrik trainierten unter anderem die Klitschko-Brüder. Er ist in der Szene gut vernetzt und kennt nach eigenen Angaben Boxsportler aus Ost- und Westdeutschland persönlich. Das hatte einst der Geraer Stadtrat positiv zur Kenntnis genommen. Aber nicht der Verein machte der Stadt Gera ein Kaufangebot, sondern ein Vereinsmitglied - also eine Privatperson. Suttner wollte dann das Gebäude für den Verein pachten. Ähnlich verlief es auch jetzt beim Kauf der Kegelbahn in Luckenau. Eine Frau aus Greiz kaufte das Areal und will es dem Verein verpachten. Ortsbürgermeister Dorniß macht sich deshalb aber keine Sorgen: „Der Kaufvertrag sieht vor, dass das Gebäude innerhalb von drei Jahren saniert oder abgerissen werden muss, sonst fällt alles wieder an die Stadt zurück.“ Suttner zu erreichen, glückte der MZ nicht.