Bildung

Warum Gartenreichschule in Oranienbaum jetzt Holländisches Geflügel hält

Warum die Gartenreichschule in Oranienbaum jetzt Holländisches Geflügel hält - und was die Familie des Bürgermeisters damit zu tun hat.

Von Julius Jasper Topp 14.10.2021, 08:45
Heide Strömer entlässt den Hahn in sein neues Zuhause. Die Holländischen Zwerghühner sind jetzt Teil der Gartenreichschule in Oranienbaum.
Heide Strömer entlässt den Hahn in sein neues Zuhause. Die Holländischen Zwerghühner sind jetzt Teil der Gartenreichschule in Oranienbaum. Foto: Thomas Klitzsch

Oranienbaum-Wörlitz/MZ - Es gackert, dann fliegt der Hahn aus den Händen von Heide Strömer in die Voliere. Nach und nach folgen fünf Hennen. Es dauert nur Minuten, da ertönt der erste Hahnenschrei. „Das habe ich wirklich vermisst“, sagt die Schulleiterin Kathleen Uebe - und meint das ausdrücklich nicht ironisch.

An der Gemeinschaftsschule im Gartenreich in Oranienbaum gibt es seit gestern neue Bewohner. Holländische Zwerghühner haben Bürgermeister Maik Strömer und seine Frau Heide der Schule gespendet. Bereits seit dem Frühjahr gab es im umfangreichen Garten der Schule eine kleine Voliere. Die hatten Schüler aus Materialien wie alten Bänken und Brettern gezimmert. Die Vorsitzende des Schulfördervereins - ebenso wie die Strömers Geflügelzüchterin - stellte die passenden Bewohner. Die Schüler versorgten gemeinsam mit dem „guten Geist“ der Schule, Hausmeister Rolf Zimmermann, die Tiere und zählten regelmäßig nach, ob noch alle da waren.

Verantwortung lernen

„Wir sind sehr darauf fokussiert, dass die Kinder lernen, dass viele Dinge mit Arbeit verbunden sind - etwa eine Tomate nicht im Supermarkt wächst“, sagt Schulleiterin Uebe. Auch Verantwortung lernten die 240 Schüler der fünften bis zehnten Klassen so. Und beim Bau der Voliere habe der eine oder die andere das erste Mal im Leben einen Akkuschrauber in der Hand gehalten.

Im Hauswirtschaftsunterricht werden dann die Eier der neuen Schulhühner verarbeitet. Auch wenn die eher kleinere Eier legen, wie Psychotherapeutin Heide Strömer zu berichten weiß. Sie und ihr Mann hielten seit etwa zehn Jahren Hühner - für die Zucht. Gut 40 gebe es bei Strömers aktuell zuhause.

Die Tiere, die man nun der Gartenreichschule anvertraue, seien solche, die auf Ausstellungen wohl nicht für Auszeichnungen geeignet seien. „Trotzdem verdienen sie ja ein schönes Leben“, sagt sie. Die Rasse sei außerdem gut für Kinder geeignet: relativ ruhig und zutraulich. Sie picken schnell aus der Hand oder setzen sich auf die Schulter. Zudem hielten es die Holländischen Zwerghühner auch problemlos im Winter im Freien aus.

Die Hennen an ihrem ersten Schultag
Die Hennen an ihrem ersten Schultag
Foto: Thomas Klitzsch

Aeronautisch begabt

Einziges Manko: Die Tür der Voliere sollte man besser nicht zu lange auflassen. „Die fliegen ausgesprochen gut“, sagt Heide Strömer. Zuhause hätten sie auch mehrere Chabos - eine japanische Hühnerrasse. Die könne man im Gegensatz zu den Holländern im Freien halten, da sie sich eher nicht in die Lüfte schwängen. Außerdem hätten die eher kleinen - dafür aber sehr ansehnlichen - Hühner gerne eine Stange, auf der sie nachts schlafen, gibt sie Schulleiterin Uebe mit auf den Weg.

Die freut sich sichtlich über den tierischen Nachwuchs für den Garten der Schule und träumt auch schon von einer Vergrößerung. Gemeinsam mit dem Förderverein denke man über eine deutlich größere Voliere nach, in der auch Tauben und Enten gehalten werden können. Wegen dieses Projekts spreche man bereits mit dem örtlichen Geflügelzüchterverein.