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Tierischer Nachwuchs in Wittenberg Vom Labor in den Tierpark: In Universität erforschte Weißbüschelaffen nun in Wittenberg zu Hause

Tierpark in Wittenberg nimmt vier Weißbüschelaffen auf, deren Verhalten in einer Universität erforscht worden ist. Was sie von den anderen Primaten unterscheidet.

Von Paul Damm 10.07.2024, 18:00
Fast schon handzahm muten die Weißbüschelaffen im Tierpark an, die von Vize-Leiterin Lisa Krautschick gefüttert werden.
Fast schon handzahm muten die Weißbüschelaffen im Tierpark an, die von Vize-Leiterin Lisa Krautschick gefüttert werden. (Foto: Thomas Klitzsch)

Wittenberg/MZ - Die Weißbüschelaffen mit den „Pinselohren“ mögen zwar winzig sein, Verhaltensstudien haben in den kleinen anpassungsfähigen Primaten jedoch große und auch vielschichtige Persönlichkeiten erkannt: So „plaudern“ die rund 300 Gramm schweren Äffchen mit ihren Artgenossen in regionalen Dialekten und haben mitunter sogar ein tief gehendes Verständnis für Musik.

Im lutherstädtischen Tierpark sind vor gut anderthalb Wochen vier dieser cleveren „Kerlchen“ eingezogen. Ein Zuchtpärchen sowie dessen Nachwuchs. Mit den Äffchen sei ebenfalls Verhaltensforschung betrieben worden, so die stellvertretende Tierparkleiterin Lisa Krautschick.

Die „Weißbüschelchen“ stammen aus einer Universität, die nach Abschluss ihrer Studie nach einer Unterbringung für die Schützlinge mit dem graugeringelten Schwanz gesucht hat. Fündig wurde das Forscherteam schließlich in Wittenberg. Zu diesem Zeitpunkt wurde gerade auch ein Gehege im Affenhaus frei, denn „wir mussten aus betrieblichen Gründen die Haltung der Kaiserschnurrbarttamarine aufgeben“, berichtet Tierpflegerin Krautschick.

Ohne Frage: Sie sind süß, die grau-schwarzen Weißbüschelaffen mit ihren „Pinselohren“.
Ohne Frage: Sie sind süß, die grau-schwarzen Weißbüschelaffen mit ihren „Pinselohren“.
(Foto: Thomas Klitzsch)

In ihrem neuen Heim hätten sich die Äffchen „ausgesprochen gut und unkompliziert“ eingelebt. Dennoch habe es zunächst Unterschiede zu den anderen Primaten im Park gegeben. Krautschick sagt: „Es sah zunächst so aus, als hätten sie noch nie im Leben einen echten Ast gesehen.“Auch die Türklappe, die das Innengehege mit der Freianlage verbindet, wurde anfangs skeptisch beäugt. Zudem zeigen sie kaum Scheu vorm Menschen und fressen aus der Hand.

Auch an den „Affenbrei“ müssen sich die „Weißbüschelchen“ noch gewöhnen. „Da zeigen sie noch etwas die Zähne“, so die Tierpflegerin. Der Brei, den der Tierpark alle zwei Tage herstellt, besteht aus Magerquark, Bananen und vielen Mineralstoffen und Vitaminen. Dieser wird in der Regel zum „Frühstück“ gereicht. Mittags gibt es dann für die in Brasilien beheimateten Äffchen eine „Schüssel Buntes“ mit viel Gemüse, Heuschrecken und wahlweise Mehlwürmern.

Ein Irrglaube sei laut Krautschick, dass sich Affen ausschließlich von Bananen ernähren. „Die werden fett und ganz doll krank.“ Der hoche Fruchtzuckeranteil könne zu Diabetes führen. Im Park werden die Bananenscheiben darum genauestens abgezählt.