Wettbewerb

SKW weckt Leidenschaft bei Landesolympiade in Wittenberg

24 Jugendliche der Klassenstufen 9 bis 11 stellen ihre Leistungen bei der Landesolympiade unter Beweis. Warum sie gerade nach Wittenberg kommen.

Von Rainer Schultz
Besuch im Science Center Futurea am Markt
Besuch im Science Center Futurea am Markt (Foto: Rainer Schultz)

Wittenberg - Wie präsentiert sich der naturwissenschaftliche Nachwuchs des Landes? Wenn es um die Themen Chemie und Biologie geht und das Ganze praxisbezogen betrachtet wird, sei man in Wittenberg-Piesteritz genau richtig - das dachte sich der Organisator der Landesolympiade für Biologie und Chemie, Frank Müller, der selbst Fachlehrer für diese Fächer am Cantor-Gymnasium in Halle ist. „Biologie geht nicht ohne Chemie und umgekehrt. Bringt doch mal die Schüler in die Labore“, so lautet das Credo und der daraus resultierende Aufruf jenes engagierten Lehrers.

24 in der Endrunde

„Stickstoff als Element des Lebens“ lautete das Thema der diesjährigen 25. Landesolympiade, an der 240 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 9, 10 und 11 teilnahmen. Die 24 Besten schafften es in die Endrunde, gewissermaßen das i-Tüpfelchen des Wettbewerbs. Am SKW-Standort Piesteritz mussten die „Olympioniken“ noch einmal volle Konzentration an den Tag legen. Dazu zählten jeweils eine 90-minütige Klausur und ein 90-minütiges Laborpraktikum im Campus der Stickstoffwerke Piesteritz.

SKW-Pressesprecher Christopher Profitlich brachte es auf den Punkt: „Wir müssen unter den Besten der Besten die Leidenschaft hoch halten, die bereits bei einigen vorhanden ist.“ Ähnlich sah es SKW-Geschäftsführer Carsten Franzke. „Wir haben gegenwärtig 60 Azubis bei einer Belegschaft von 800 Mitarbeitern. 90 Prozent werden davon übernommen. Darauf können wir mit Recht stolz sein“, erklärte Franzke anlässlich der Olympiade. Jungen Leuten den Chemieingenieursberuf schmackhaft machen, dafür setzt sich auch Personalreferent Michael Wallentin ein.

Wer nach der Klausur und dem Praktikum den Rundgang mit Futurea-Leiterin Janina Dorn in der Einrichtung am Wittenberger Marktplatz unter den 24 Olympia-Teilnehmern miterleben durfte, der stellte sich schließlich die Frage: Warum nicht Chemie studieren? Celina Niewelt (Klasse 10) und Anastasia Kropwin (Klasse 11) vom Werner von Siemens-Gymnasium Magdeburg liebäugeln mit einem Bio-/Chemiestudium.

„Erfahrungen sammeln, Teilnahme ist alles“: Diesen echten olympischen Denkansatz verfolgte Cathleen Rackwitz, Lehrerin am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wernigerode. Sie war mit Liliana Rebl angereist. Wobei der Lokführerstreik auch den Olympiadezeitplan durcheinandergebracht hatte. Dennoch war der Enthusiasmus ungebrochen, hier dabei zu sein, Lampenfieber inklusive. Aus lokaler Sicht fehlten bedauerlicherweise die vier Gymnasien des Landkreises Wittenberg bei diesem hochkarätigen Wettbewerb.

Hoffnung auf die Zukunft

Friederich Meinecke, Lehrer an der Landesschule Pforta, verwies auf 120 Schüler, die sich für einen naturwissenschaftlichen Zweig entschieden haben. Da sind Praktika inbegriffen. Das macht Mut für die Zukunft. Für Jiangqi Dong (Klasse 10) vom Cantor-Gymnasium Halle gibt es eine direkte Beziehung zum Thema Dünger „Wir verwenden Naturdünger in unserem Garten in der Dölauer Heide“, erläuterte sie gegenüber der MZ. Lehrerin Kerstin Körber von der Ulrich-von-Hutten-Schule Halle schaffte es mit drei ihrer Schüler ins Finale. „Das motiviert“, freute sich Körber.

Wenn es darum geht, den Forschernachwuchs von morgen heran zu bilden, dann darf an einen ganz bekannten Amerikaner erinnert werden, an Edison, den Erfinder der Glühbirne Was zeichnete diesen Forscher aus? An sich glauben, nie aufgeben. Bei 1.000 Fehlversuchen gelang ihm zu guter letzt der große Wurf, von dem die Menschen noch heute profitieren.

Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) ließ es sich am Ende nicht nehmen, den „Wissenschaftlern in spe“ seine Glückwünsche zu übermitteln, ebenso SKW-Geschäftsführer Carsten Franzke. (mz)