Kultur in der Lutherstadt Wittenberg

Bald Filme unterm Sternenhimmel

Sommerkino im Cranach-Hof gibt es auch in diesem Jahr. Ein Hit dürfte der Queen-Streifen „Bohemian Rhapsody“ sein.

Von Marcel Duclaud
Joe Mazzello  als John Deacon, Ben Hardy als Roger Taylor, Rami Malek als Freddie Mercury und Gwilym Lee als Brian May (von links) in einer Szene des Films „Bohemian Rhapsody“
Joe Mazzello als John Deacon, Ben Hardy als Roger Taylor, Rami Malek als Freddie Mercury und Gwilym Lee als Brian May (von links) in einer Szene des Films „Bohemian Rhapsody“ (Foto: DPA)

Wittenberg - Filmfreunde dürfen frohlocken. Auch in diesem Jahr wird es das Wittenberger Sommerkino geben - den coronabedingten Schwierigkeiten zum Trotz. Es ist die inzwischen 26. Auflage dieser besonderen Art, Filme darzubieten - draußen, unterm Sternenhimmel, in einem historisch interessanten Hof, der zusätzlich für Atmosphäre sorgt.

Besondere Anforderungen

Als Veranstalter fungieren wiederum der Exil e.V. und die Cranach-Stiftung. Diesmal quasi in Personalunion, weil der langjährige Chef des Exil-Vereins Stefan Kretschmar inzwischen wie berichtet Geschäftsführer der Cranach-Stiftung geworden ist. Aber natürlich braucht es ein großes Team, um das ehrenamtlich gemanagte Sommerkino auf die Beine zu stellen. In Pandemiezeiten mit besonderen Anforderungen ohnehin. Deshalb wird auch nicht der eher kuschlige Cranach-Hof am Markt Aufführungsort sein, sondern wie im vergangenen Jahr bereits der größere Hof in der Schlossstraße. Über hundert Zuschauer können dort bei Beachtung der Abstandsregeln ohne Probleme hineingelassen werden.

„Wie wir das genau machen, wissen wir noch nicht“, räumt Kretschmar ein. Es wird einen Tag vor der ersten Vorstellung einen Probeaufbau geben. Bei den schnellen Änderungen ist auch nicht ganz klar, ob bei sämtlichen Filmabenden die 3-G-Regel gelten wird, ob es also noch der Tests bedarf für jene, die nicht geimpft und nicht genesen sind. Sollten sie nötig sein, können vor Ort Selbsttests durchgeführt werden, die allerdings mitzubringen sind. Kretschmar verweist zudem etwa auf das Arsenal, wo Tests angeboten werden. Platzreservierungen, sagt der Vereinschef, soll es nicht geben.

Stefan Kretschmar im Cranach-Hof in der Schlossstraße
Stefan Kretschmar im Cranach-Hof in der Schlossstraße
Foto: Duclaud

Start, wenn es dunkel wird

Der Kartenvorverkauf startet an den Vorstellungsabenden gegen 18.30 Uhr, ab 20 Uhr ist Einlass. Der Film beginnt, wenn es dunkel ist, ab 21.30 Uhr, es kann auch ein bisschen später werden. Gespielt wird in jedem Fall, auch bei Regen, was natürlich mit den Kosten zu tun hat. Die sind happig. Pro Film müssen, um ihn zeigen zu dürfen, zwischen 150 und 500 Euro aufgebracht werden, hinzu kommen Gema-Gebühren und weitere Kosten. Ohne Sponsoren wäre das Ereignis nicht zu finanzieren - rund 20 sind an Bord. Wegen der Corona-Krise haben einige ihr Engagement zwar eingestellt, dafür konnten aber andere gewonnen werden, freut sich Kretschmar. In den 26 Jahren, berichtet er, ist nur zwei Mal ein Minus eingefahren worden - wegen mehrerer verregneter Vorstellungen. Kretschmar: „Zweimal darf es regnen, fünfmal ist zu viel.“

Wie in den vergangenen Jahren wird es in Wittenberg fünf Kinoabende unter freiem Himmel geben. Der erste ist für den 26. Juni geplant, der letzte am 24. Juli. Zusätzlich organisieren die Wittenberger einen Filmabend in der Schlossruine in Gräfenhainichen, am 27. August, und eine Aufführung im Buchdorf Mühlbeck-Friedersdorf, am 28. August. Im Buchdorf zahlt der Veranstalter die Kosten, der Eintritt ist dort frei.

Die Auswahl der Filme obliegt im Übrigen dem Team des Sommerkinos. Kretschmar: „Alle, die dabei sind, machen Vorschläge. Und jeder hat fünf Stimmen.“ Gezeigt werden die Filme, auf die die meisten Stimmen entfallen. (mz)