Weißer Kalkstaub kann ätzend wirken

Trebnitz/MZ. - Thomas Voland hat es versucht. Er bewaffnet sich mit Lappen und Eimer und schrubbt sein Auto. "Doch das weiße Zeug geht einfach nicht ab", stellt der Trebnitzer fest. Jetzt liegt dem Burgenlandkreis ein Gutachten vor, welches die ätzende Wirkung des Staubes ...

Von Yvette Meinhardt 19.09.2007, 17:10

Thomas Voland hat es versucht. Er bewaffnet sich mit Lappen und Eimer und schrubbt sein Auto. "Doch das weiße Zeug geht einfach nicht ab", stellt der Trebnitzer fest. Jetzt liegt dem Burgenlandkreis ein Gutachten vor, welches die ätzende Wirkung des Staubes bestätigt.

"Wir haben die Gewissheit, dass es sich bei dem Stoff um Branntkalk handelt", sagt der Erste Beigeordnete des Burgenlandkreises, Gundram Mock. In der Zusammensetzung wurden keine giftigen Kohlenwasserstoffe, welche zu gesundheitlichen Dauerschäden führen könnten, gefunden. Eine Gefährdung des Grundwassers sei nicht anzunehmen. "Doch wenn dieser Kalk mit Wasser zusammentrifft, gibt es eine chemische Reaktion bei der stark alkalisches Calziumhydroxid freigesetzt wird." Und eben als die Staubwolke über Trebnitz stand, regnete es. Dies erklärt vor allem die Lackschäden an den Fahrzeugen. "Das Gesundheitsamt hat die Einhaltung der Grenzwerte überprüft und es besteht keine Gefahr für die Gesundheit. Also können beispielsweise Äpfel und Beeren - sofern sie äußerlich unversehrt sind - nach gründlichem Abwaschen gegessen werden", fährt Mock fort. Im Gutachten heißt es: Wenn dieser Stoff längere Zeit inhaliert wird, kann er zu gesundheitlichen Schäden führen.

"Dies wäre zuerst ein Kratzen im Hals und Husten. Zum Glück war die Beeinträchtigung in Trebnitz nur kurz. Es sind uns keine gesundheitlichen Schäden bekannt", gibt der Dezernent Auskunft. Nachdem sechs Tage seit dem Aufbringen verstrichen sind, gehen die Gutachter davon aus, dass mit einer Neu- oder Späterkennung nicht mehr zu rechnen sei. Der Burgenlandkreis bleibt weiter aktiv. "Wir haben Proben, die uns von Bürgern gebracht wurden, zu einem zweiten Labor geschickt und erwarten heute die Ergebnisse", sagt Mock. Gleichzeitig verfolgt die Behörde den Vorfall ordnungsrechtlich. "Wir werden ein Bußgeldverfahren einleiten. Derzeit läuft die Anhörung der Firma, denn wir gehen von einer unsachgemäßen Einbringung des Materials in der Deponie aus", mutmaßt der Dezernent und spricht von einer Havarie. Der Kalk sei zum Einbau in der Deponie geeignet. Durch seine begrenzte Wasserdurchlässigkeit könne er die Oberfläche zusätzlich abdichten.

Für die Mitteldeutschen Entsorgungs GmbH (MUEG) erklärt Pressesprecherin Doris Arndt: "Wenn uns entsprechende Belege vorgelegt werden, bezahlen wir die Reinigung der Autos." Frau Arndt rechnet damit, dass nach dem Besuch einer Waschanlage der Schaden behoben sei. Bisher hätten nur wenige das Angebot genutzt.