Kastanienschädlinge

Weißenfels: Miniermotten richten großen Schaden an Kastanienbäumen an

Weißenfels - Motten haben Bäume in Weißenfels befallen. Alle Versuche, den Befall zu stoppen, sind bisher gescheitert.

01.09.2017, 08:03

Schlimm sehen die Kastanien aus. Ihre Blätter sind braun und vertrocknet und sind abgefallen. Das liegt aber nicht an der Jahreszeit oder an dem Wetter. Schuld ist die Rostkastanien-Miniermotte.

Dieses Insekt hat die Bäume befallen. Das bestätigt die Pressesprecherin der Stadt, Katharina Vokoun. Sie teilt mit, dass in Weißenfels vor allem die weißblühenden Kastanien von dem Schädling befallen sind und das schon seit etwa zehn Jahren. Die rotblühenden Kastanien wurden bisher verschont. Dieses Wissen hat die Stadt sich zunutze gemacht. Für neue Bepflanzungen von Kastanien wird aktuell die rotblühende Sorte gewählt.

Miniermotten in Weißenfels: Tiere sind nicht gefährlich für Menschen

Die Miniermotte ist nicht gefährlich für Menschen, beruhigt Katharina Vokoun. „Der Baum stirbt durch den Befall auch nicht ab“, sagt sie weiter. Das feuchtwarme Wetter habe nur in diesem Jahr dazu geführt, dass vergleichsweise zeitig deutliche Zeichen des Befalls zu erkennen sind. Das sei in den vergangenen Jahren erst später der Fall gewesen, so die Pressesprecherin weiter.

Mottenbefall in Weißenfels lässt sich bisher nich stoppen

Alle Versuche, den Befall zu stoppen, seien bisher gescheitert. Denn es gibt Auflagen. Die Stadtwirtschaft darf zum Beispiel Bäume im Stadtgebiet nicht spritzen, da die Chemikalien gesundheitsschädigend für Menschen sind. Es gibt Pheromonlockfallen gegen die Miniermotte. Pro Baum sind jedoch viele Fallen notwendig und diese müssten flächendeckend, also auch in den angrenzenden Gemeinden, eingesetzt werden. Nur dann wird der Schädling bekämpft. In der Praxis ist diese Umsetzung schwierig. Hinzu kommt, dass die Pheromonlockfallen sehr teuer sind.

Aktuell sorgen die Mitarbeiter der Stadtwirtschaft dafür, dass die Population nicht weiter ansteigt. Sie sammeln das Laub ein und verbrennen es. So können die Schädlinge nicht überwintern und im kommenden Jahr erneut Eier ablegen. Auf diese Weise werden jedoch nicht alle Miniermotten unschädlich gemacht, so Vokoun. (mz/ahr)