Vandalismus in der Muttlauer Schweiz

Vandalismus in der Muttlauer Schweiz: Der Stadtjäger ist stinksauer

Weißenfels - Armin Deubel ist fassungslos. Der Stadtjäger von Weißenfels hat eine zerstörte Futterkrippe entdeckt. Das sei eine Schandtat, die den 57-Jährigen gerade jetzt unglaublich wütend macht. Der Winter steht vor der Tür, die Tiere sind auf die Krippe ...

Von Andrea Hamann 17.11.2015, 18:53

Armin Deubel ist fassungslos. Der Stadtjäger von Weißenfels hat eine zerstörte Futterkrippe entdeckt. Das sei eine Schandtat, die den 57-Jährigen gerade jetzt unglaublich wütend macht. Der Winter steht vor der Tür, die Tiere sind auf die Krippe angewiesen.

Es ist Sonnabendvormittag. Der Wind pfeift über die Felder. Deubel läuft zielstrebig zu einer Baumgruppe. Die befindet sich nahe des Gewerbegebietes an der Käthe-Kollwitz-Straße. Das Fleckchen nennt sich Muttlauer Schweiz.

Auf den ersten Blick ist nur ein wahllos zusammengezimmertes Gewusel aus Holz zu erkennen. Dann sind in dem groben Gebilde frühere Strukturen der ehemaligen Futterkrippe zu sehen. An einer Seite wurde noch ein Brett angebracht. Das stammt von einem Hochsitz, erklärt der Stadtjäger. Daneben liegen zertrümmerte Stühle - die hatte der Mann ebenfalls in den Hochsitzen abgestellt. Außerdem liegt in dem trockenen Gras noch eine Metallleiter.

Hochsitz angeschweißt

„Die hatte ich an einen Hochsitz angeschweißt“, sagt Armin Deubel. Er ist schockiert, mit welcher Gewalt sie abgerissen worden sein muss. Alles sollte vermutlich irgendwie an die Futterkrippe montiert werden, damit eine Art Bude entsteht.

„Ich habe hier noch Jugendliche gesehen. Sie wollten weglaufen, blieben dann aber stehen und stritten ab, etwas damit zu tun zu haben“, sagt der Mann noch sichtlich erregt. Seiner Meinung nach hätten sie sich sonst kaum dort aufgehalten. Das Werkzeug, welches er noch am Tatort fand, untermauert seinen Verdacht. Aber er konnte die Jugendlichen nicht gegen deren Willen festhalten. Also ließ er sie laufen.

„Bald kommt der Winter. Dann finden die Tiere irgendwann kein Futter mehr“, erklärt er. Doch schon bevor es richtig kalt wird, füllt Deubel die Krippe mit Zuckerrüben, Heu und Körner auf, damit sich die Tiere den Futterplatz merken. Das geht nun nicht mehr. Gerade in der Muttlauer Schweiz sei das aber wichtig. Es wäre relativ windgeschützt. So geschützt, dass sich die Rehe dort im Sommer gesonnt haben - ein ideales Plätzchen. Außerdem stand die Krippe unter einer Eiche, zu der die Tiere von sich aus hinkommen, um Eicheln zu fressen. „Ich habe in meiner Jugend auch Unsinn gemacht, Rüben vom Feld geholt aber ich habe nichts zerstört“, sagt er.

Absprache mit der Polizei

Die Krippe hatten vor Jahren Jugendliche der Interessengemeinschaft Bildung-Leuna-Merseburg (IBLM) gebaut. Dafür hatte ihnen der Jäger das Material besorgt und eine Bauanleitung. Anschließend spendierte er ihnen einen Weihnachtsbaum. „Sie haben sich riesig gefreut“, erinnert er sich. „Die haben das hier nicht kaputt gemacht“, ist sich der Naturliebhaber sicher. Denn wenn die Kinder und Jugendlichen an die Natur herangeführt würden, dann hätten sie schnell Achtung vor ihr. Daher engagiert sich Deubel übrigens selbst auch in diese Richtung. Oft kommen Schulklassen zu ihm und lernen so Flora und Fauna kennen.

Nun muss Armin Deubel sehen, wo er eine neue Futterkrippe herbekommt. Dafür hat er eigentlich gar keine Zeit. Vor dem Wintereibruch muss der Mann noch viele Pflege- und Hegemaßnahmen erledigen. Anstatt sich nach der Zerstörung die Futterkrippe anzusehen, wollte er eigentlich 30 Buchen pflanzen.

Trotzdem will er wissen, wer die Krippe in der Muttlauer Schweiz zerstört hat. Daher will er in Absprache mit der Polizei demjenigen Hundert Euro geben, der ihm den entscheidenden Hinweis zum Täter liefert. (mz)