Rabattscheine und Hilfsangebote

Rabattscheine und Hilfsangebote: Wie sinnvoll ist ein Willkommenspaket für die Neuen?

Weissenfels - Weißenfels will Menschen, die in die Stadt ziehen, ein Willkommenspaket überreichen. Warum es andere Kommunen ablehnen.

Von Petra Wozny 30.11.2017, 07:56

Bürger, die nach Weißenfels ziehen, sollen ab kommendem Jahr mit einem Willkommenspaket des Stadtmarketingvereins begrüßt werden. Das plant Roland Kähler, Projektleiter Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier und zugleich der städtische Vertreter beim Stadtmarketingverein.

Das Willkommenspaket soll Rabattscheine für den Frisörbesuch ebenso beinhalten, wie Hilfsangebote bei der Wohnungssuche oder Ratschläge für Freizeitangebote. „Dieses Paket haben wir vor Jahren schon einmal ausgereicht. Nach den letzten Wahlen ist das Projekt aber eingeschlafen. Wir wollen es wieder beleben, weil wir darin eine angenehme Willkommenskultur sehen“, so Kähler, der am Donnerstag in der Vorstandssitzung diese Idee vorstellen will.

Geschenke für die Neuen gibt es in Hohenmölsen nicht

„Ich gehe davon aus, dass es passt und die Unternehmer, die wir für die Umsetzung brauchen, mitziehen“, resümiert er. Von 2015 bis Anfang November dieses Jahres sind bereits 8.946 Menschen nach Weißenfels gezogen.

Und wie handhaben es andere Kommunen, zum Beispiel die Einheitsgemeinde Hohenmölsen? Geschenke für die Neuen gebe es nicht, sagt Bürgermeister Andy Haugk (parteilos). „Ich glaube nicht daran, dass ein Begrüßungsgeld über den Wohnort entscheidet. Allerdings versorgen wir die Neuankömmlinge mit Informationen über unsere Stadt: Schul- und Kita-Landschaft, Gewerbeführer; Verwaltungs- und soziale Belange, ein Flyer zu Freizeit- und Vereinsmöglichkeiten sowie ein weiterer zur Stadthistorie ist in Vorbereitung. Das sind im Wesentlichen Druckerzeugnisse.“

Schnittpunkt der Städte Leipzig, Halle, Gera und Jena

Das eigentliche Bonbon, so Haugk, steckt darin: Die Geborgenheit einer Kleinstadt, die im Schnittpunkt der Städte Leipzig, Halle, Gera und Jena mit ihren Vereinen, Kitas und Schulen dem Angebot einer größeren Stadt in nichts nachsteht. Das sind auch die Werte, warum Menschen nach Hohenmölsen ziehen.

Vor zwei Jahren bereicherten 464 neue Bürger die Kommune. Im vergangenen Jahr waren es 316. Darunter sind auch Asylsuchende, die in der Gemeinschaftsunterkunft auf Zeit in Hohenmölsen leben. Familien favorisieren besonders Taucha als Wohnort, ist zu hören. Erschlossen würden jetzt auch Bauflächen für Eigenheime in der Kernstadt.

Nach Teuchern sind im Vorjahr 265 Menschen gezogen

Nach Teuchern sind im Vorjahr 265 Menschen gezogen, darunter auch junge Familien mit Kindern. 2017 haben sich bis gestern 273 Zuzügler im Einwohnermeldeamt bei Dagmar Moritz angemeldet. Große Begrüßungsgeschenke hat die klamme Stadt für die Neu-Bürger allerdings nicht.

Manchmal bekämen sie ein schönes Teuchern-Buch mit Stadtansichten und Informationen zu den einzelnen Ortschaften, manchmal allerdings auch nur einen einfachen Faltplan, berichtet Bianka Zausch, die stellvertretende Bürgermeisterin der Kleinstadt im Rippachtal.

In Lützen gab es für die Eltern von Neugeborenen einst stattliche 500 Euro

Der Lützener Bürgermeister Dirk Könnecke (parteilos) sagt, dass man weder für zugezogene Einwohner noch Neugeborene eine Überraschung parat habe. Lediglich eine Informationsmappe gebe es für neue Bürger. In Sössen, wo er zuvor Gemeindeoberhaupt war, habe das etwas anders ausgesehen. Da gab es für die Eltern von Neugeborenen einst stattliche 500 Euro.

Doch mit der Eingemeindung nach Lützen sei das in der Form nicht mehr möglich gewesen. Letztlich habe das der Haushalt nicht hergegeben und sei jetzt auch angesichts der anstehenden Konsolidierung schwer umzusetzen. (mz)