Personalknappheit in Stadtverwaltung

Personalknappheit in Stadtverwaltung Weißenfels: „Der Markt ist leer gefegt“

Weißenfels - In der Weißenfelser Stadtverwaltung wird das Personal langsam knapp. An welchen Stellen sich das besonders bemerkbar macht.

Von Andreas Richter 03.05.2018, 05:00

In der Stadt Weißenfels ist qualifiziertes Personal knapp geworden. Darüber hat Fachbereichsleiter Sven Hantscher bei der jüngsten Vorstellung der Fortschreibung des Personalentwicklungskonzepts bis ins Jahr 2025 informiert. Verschärft habe sich die Situation unter anderem in den Bereichen Hoch- und Tiefbau.

Die Stadt habe sich bislang vergeblich um je einen weiteren Bauingenieur im Hoch- und Tiefbau bemüht. „Der Markt ist wie leer gefegt“, beschreibt der Personalchef die Situation. Auf der anderen Seite konnte die Stadt die Anzahl ihrer Stellen im Hochbau nicht wie noch in einer Prognose aus dem Jahr 2011 vorhergesagt verringern. Allein die Vielzahl komplizierter Förderprogramme stelle die Mitarbeiter immer wieder vor neue Herausforderungen, so Hantscher. Um die Betreuung der zahlreichen Baustellen in der Stadt absichern zu können, wollte die Stadt einen Bauingenieur befristet bis Ende 2020 einstellen. Dies ist bislang jedoch nicht gelungen. Wenn überhaupt, so Hantscher, wollten Bewerber unbefristete Stellen.

Fachkräftemangel: Konkurrenz unter den Kommunen

Angesichts des Fachkräftemangels gebe es bereits eine Konkurrenz unter den Kommunen, sagte Hantscher. Mittlerweile würden Verwaltungen auch gegenseitig qualifizierte Mitarbeiter abwerben. Zu beobachten sei eine zunehmende Fluktuation im öffentlichen Dienst.

An einem Personalkonzept für die nächsten zehn Jahre arbeitet auch die Stadt Hohenmölsen. Laut Danko Münzel, Sachgebietsleiter Innere Verwaltung, gibt es in der Kernverwaltung derzeit keinen Fachkräftemangel, da bereits vor Jahren Fachleute nachgerückt seien. Dennoch sei der Altersdurchschnitt relativ hoch. Auch die Kitas seien personell gut ausgestattet. (zny)

Knapp ist die Personaldecke schließlich auch bei den Erzieherinnen in den 13 kommunalen Kindertagesstätten. Wie der zuständige Fachbereichsleiter Maik Trauer informierte, hat die Stadt zum neuen Kita-Jahr ab August zwölf neue Mitarbeiter gesucht. Bislang fehlen jedoch noch immer drei. Auch beim pädagogischen Personal in den Kindertagesstätten sei der Markt mittlerweile so gut wie leer, bestätigte Trauer. Umso weniger nachvollziehbar seien Forderungen im Land nach einer Verbesserung des Personalschlüssels in den Kitas. „Wo eigentlich soll dieses Personal herkommen?“, fragt sich Trauer.

„Baustellen“ im Weißenfelser Rathaus

Dabei sind Hoch- und Tiefbau sowie die Kindertagesstätten bei Weitem nicht die einzigen „Baustellen“ im Weißenfelser Rathaus. Knapp werden laut Personalchef Hantscher mittlerweile auch die Verwaltungsfachangestellten. Das Problem: Bei längerfristigen Ausfällen von Mitarbeitern habe die Verwaltung praktisch keine Möglichkeit, diese durch adäquate Fachleute zu ersetzen.

In der Weißenfelser Stadtverwaltung gibt es derzeit rund 450 Stellen. Diese werden von 540 Mitarbeitern besetzt, darunter sind rund 160 Mitarbeiter in den Kindertagesstätten. (mz)