Ostermarkt

Ostermarkt: Was halten die Weißenfelser vom neuen Standort?

weissenfels - Wegen Bauarbeiten soll die traditionelle Weißenfelser Veranstaltung in diesem Jahr auf dem Schloss stattfinden. Das stößt nun jedoch auf Kritik.

Von Andreas Richter 02.03.2017, 14:45

Um den Standort des diesjährigen Ostermarktes ist in Weißenfels eine Debatte entbrannt. Händler der Innenstadt befürchten, dass sich die angekündigte Verlegung des traditionellen Marktes auf Innenhof und Vorplatz von Schloss Neu-Augustusburg nachteilig auf den am 9. April geplanten verkaufsoffenen Sonntag auswirkt. Der Markt am Wochenende vor Ostern soll verlegt werden, weil Ende März auf dem Marktplatz umfangreiche Bauarbeiten beginnen und die Arbeiten an der angrenzenden Marienkirche voraussichtlich nicht beendet sein werden.

„Die Variante mit dem Schloss halte ich für äußerst fragwürdig“, sagte Rudolf Tischer, Inhaber eines Sport-Fachgeschäftes in der Jüdenstraße. Nach seiner Ansicht sollte der Ostermarkt in erster Linie die Innenstadt beleben. Zwei räumlich getrennte Veranstaltungen, auf dem Schloss und im unmittelbaren Zentrum, würden dem gesamten Wochenende nicht guttun, meinte Tischer zum praktisch doppelten Ostermarkt. Ähnlich sieht es Kathrin Wenske, Inhaberin eines Uhren- und Schmuck-Fachgeschäftes auf dem Weißenfelser Boulevard. „Es ist schade, dass der gesamte Markt nicht unmittelbar im Zentrum stattfinden kann“, sagte sie. Sie werde ihr Geschäft trotzdem am 9. April öffnen. In den vergangenen Jahren habe sich der verkaufsoffene Sonntag vor Ostern für das Geschäft immer gelohnt. Und Ehemann Dirk Wenske ergänzte: „Ich würde mir wünschen, dass die Sanierung des Marktplatzes nicht unbedingt zwei Jahre dauert.“

Ostermarkt auf dem Schloss: „Schwächung der Innenstadt“

Kritik wurde am Mittwochabend auch im Stadtrat laut. Manfred Rauner, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion, sieht im Ostermarkt auf dem Schloss eine „Schwächung der Innenstadt“. Deshalb regte er an, noch einmal andere Standorte im Zentrum, so etwa die Große und Kleine Kalandstraße oder die Marienstraße, zu prüfen. Einzelhändler Rudolf Tischer brachte am Donnerstag zudem die sanierte Promenade als Ort für Ostermarktstände ins Gespräch.

Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) hält den einmaligen Umzug des Ostermarktes auf das Schloss hingegen für eine gute Lösung. „Diese Variante hat durchaus ihren Reiz und wir sollten sie jetzt nicht schon vorab schlechtreden“, sagte er am Donnerstag gegenüber der MZ. Er verwies darauf, dass an dem Wochenende wegen der Sperrung der Zeitzer Straße am Schloss nur in der Innenstadt Parkplätze zur Verfügung stehen werden. Allein deshalb sei es sehr wahrscheinlich, dass die Besucher das Zentrum nicht linksliegen lassen. Zudem soll ein kostenloser Shuttle zwischen Schloss und Innenstadt angeboten werden. Weitere Argumente des Verwaltungschefs: Auch in der Jüdenstraße wird es an beiden Wochenendtagen ein buntes Angebot für Familien, unter anderem mit historischer Feuerwache und Kindereisenbahn, geben. Sorbische Ostereiermaler und ein Drechsler aus Seiffen werden im Jugendcitypastoral in der Jüdenstraße 28 zu finden sein.

Was andere Standorte für den Ostermarkt betrifft, so hatte Veranstaltungsmanager Christian Endt schon beim jüngsten Stammtisch mit den Händlern der Innenstadt klar gemacht, dass es keine wirkliche Alternative gibt. Immerhin werden rund 60 Händler erwartet. Nur das Schloss bietet laut Stadt eine ausreichend große Gesamtfläche und die notwendige Infrastruktur an. (mz)