„Mutmacherinnen"

„Mutmacherinnen": Weißenfelser Projekt für Integraton und Chancengleichheit

Weissenfels - Die Chancengleichheit für Migrantinnen und die Teilhabe von Migrantenfamilien verbessern – das hat sich der Dachverband der Migrantinnenorganisationen „Damigra“ zur Aufgabe gemacht. Zusammen mit sozialen Organisationen und mit Hilfe der Stadt Weißenfels sollen Frauen über ein neues Projekt namens „Mutmacherinnen“ selbstbestimmt leben können und ihre Erfahrungen an andere Migrantinnen und Flüchtlinge weitergeben. Das vor zwei Jahren gestartete Projekt soll jetzt auch in Weißenfels fortgesetzt ...

Von Janine Friedrich 23.03.2019, 14:00

Die Chancengleichheit für Migrantinnen und die Teilhabe von Migrantenfamilien verbessern – das hat sich der Dachverband der Migrantinnenorganisationen „Damigra“ zur Aufgabe gemacht. Zusammen mit sozialen Organisationen und mit Hilfe der Stadt Weißenfels sollen Frauen über ein neues Projekt namens „Mutmacherinnen“ selbstbestimmt leben können und ihre Erfahrungen an andere Migrantinnen und Flüchtlinge weitergeben. Das vor zwei Jahren gestartete Projekt soll jetzt auch in Weißenfels fortgesetzt werden.

Workshops für Chancengleichheit und Integration

Im April soll es einen ersten Workshop mit dem Titel „Familie und die Rollenverteilung innerhalb der Familie“ geben, Veranstaltungsort ist die Weißenfelser Koordinierungs- und Begegnungsstätte in der Marienstraße 46. „In diesem Workshop geht es darum, wie eine intakte, gleichberechtigte Beziehung zwischen Mann und Frau erreicht werden kann“, erklärt die Regionalleiterin Ellen Rublow, die bei Damigra für Sachen-Anhalt zuständig ist.

Auch Psychologen sollen die Gesprächsrunde begleiten. „In einigen Herkunftsländern der Frauen sind die Geschlechterrollen unter anderem durch die Religionen geprägt, das wollen wir hinterfragen und diskutieren, ob jeder Partner die Rolle leben kann, die er möchte“, sagt Rublow, die selbst seit 25 Jahren in Deutschland lebt und in der Ukraine aufgewachsen ist. Zusammen mit ihren beiden Kolleginnen Manal Awwadeh und Betty Wali, geboren in Marokko beziehungsweise im Irak, koordiniert sie die Projekte in der Region Halle.

Der Workshop ist einer von vielen und soll am 3. April in der Koordinierungs- und Begegnungsstätte stattfinden. Außerdem haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich über Schulungen weiterzubilden. Als Gesundheitslotsin lernen sie zum Beispiel Grundlegendes zum deutschen Gesundheitssystem, welche Rechte man als Versicherungspflichtige hat, aber auch praktische Dinge wie Erste Hilfe. Andere Themen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sollen weiter ausgearbeitet werden.

Weißenfelser Projekt stößt auf Interesse

Die Stadt Weißenfels unterstützt das Projekt, indem sie Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und Öffentlichkeitsarbeit übernimmt. Zudem wird Migrantinnen in Weißenfels der Kontakt zum Damigra-Team vermittelt. „Es war anfangs schwierig, Kontakt zu den Migrantinnen zu bekommen, da diese über klassische Kommunikationsmittel wie Internet oder Zeitung nicht informiert werden konnten. Über Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich dann nach und nach ein Netzwerk der Frauen aufgebaut“, sagt Stadt-Sprecherin Katharina Vokoun. Das Projekt werde schon gut angenommen und zu den Treffen kämen mittlerweile immer mindestens zehn Teilnehmerinnen.

Damit es noch mehr werden, wünschen sich die Mitarbeiter der Stadt eine effektivere Zusammenarbeit mit dem Verein. „Wir würden gerne noch mehr Frauen erreichen“, so Vokoun. Bei einer Infoveranstaltung zum Mut-Projekt hatten 16 Frauen Interesse gezeigt, diese kamen überwiegend aus Syrien, aber auch Frauen aus Rumänien und Kasachstan waren darunter. Allerdings nur zwei in Deutschland geborene und aufgewachsene Frauen nahmen an diesem Treffen teil. Sie wollen auch dazu beitragen, dass sich Migrantinnen im neuen Lebensumfeld schneller integrieren können.

Weitere Infos und Anfragen per E-Mail: awwadeh@damigra.de (mz)