Krebskrankes Mädchen

Krebskrankes Mädchen: Trauer um Jenny

weissenfels/MZ. - Jenny Franke aus Weißenfels (Burgenlandkreis) ist gestorben. Am Sonntag schlief die Zwölfjährige, an deren Schicksal nach mehreren MZ-Berichten die ganze Region Anteil genommen hatte, in den Armen ihrer Mutter Steffi Franke ein. „Ganz friedlich“, sagt diese. Es war dennoch ein unsäglich trauriger Moment für die Mutter, die ihrem Kind seit dem dritten Lebensmonat im Kampf gegen den Krebs zur Seite stand. Bis zuletzt. Vielleicht tröstet das Wissen ein wenig, dass Jenny nicht zu lange schwer leiden musste, bis sie von dieser Welt ...

Von Andrea Hamann
Jenny Franke ist am Sonntag nach nur zwölf Lebensjahren gestorben. Die Weißenfelserin erlag ihrem Krebsleiden.

Jenny Franke aus Weißenfels (Burgenlandkreis) ist gestorben. Am Sonntag schlief die Zwölfjährige, an deren Schicksal nach mehreren MZ-Berichten die ganze Region Anteil genommen hatte, in den Armen ihrer Mutter Steffi Franke ein. „Ganz friedlich“, sagt diese. Es war dennoch ein unsäglich trauriger Moment für die Mutter, die ihrem Kind seit dem dritten Lebensmonat im Kampf gegen den Krebs zur Seite stand. Bis zuletzt. Vielleicht tröstet das Wissen ein wenig, dass Jenny nicht zu lange schwer leiden musste, bis sie von dieser Welt ging.

In den vergangenen Wochen war es mit dem Mädchen gesundheitlich rapide bergab gegangen. Die bösartigen Tumoren breiteten sich immer mehr in der Lunge und schließlich im ganzen Körper aus. Jenny wurde immer schwächer. Schließlich bekam sie gegen die zunehmenden Schmerzen Morphine.

„Sie schlief ab da fast nur noch“, so die Mutter. In den vergangenen Tagen wurde der Zustand kritisch. Die Ärzte bereiteten die Angehörigen darauf vor, dass es nun zu Ende geht. Sie wechselten sich unermüdlich mit der Pflege ab: Bruder Frank, Mutter Steffi, Lebenspartner Thomas, der sich bis zum Schluss aufopfernd um den Teenager kümmerte. Er nahm sie sogar zu sich mit nach Hause. Dort hörte auch das Herz von Jenny auf zu schlagen. „Vielleicht wollte sie das so“, sagt Steffi, die weiß, wie gern Jenny Thomas hatte.

Jenny mochte nicht nur Thomas. Sie mochte auch das Leben. So sehr, dass sie vor eineinhalb Jahren weitere Behandlungen gegen die Krebszellen ablehnte. Sie wollte so lange es geht so normal wie möglich leben. Ohne Medikamente, ohne Krankenhaus. Die Mutter akzeptierte das und ist auch jetzt noch überzeugt von dieser Entscheidung. „Ich bin mir sicher, dass Jenny es sonst gar nicht so lange geschafft hätte“, sagt sie.

Die Mutter ist sich noch über eines sicher. Dass an Jennys Lebensqualität die vielen Aufmerksamkeiten, die sie nach Veröffentlichung ihrer Geschichte in der MZ erhielt, großen Anteil hatten. Da waren Geschenke von Schülern, die diese gebastelt und gemalt hatten. Jenny freute sich über jede noch so kleine Aufmerksamkeit. Sie las jede an sie gerichtete Zeile intensiv. Da war die Überraschungsparty im Oktober 2011 im „Roten Löwen“ in Lützen. Alle waren eingeladen, die sie kannte. Da war das Benefizspiel von RB Leipzig gegen Rot-Weiß Weißenfels, bei dem Jenny auf der Trainerbank sitzen durfte. „Die große Anteilnahme hat ihr gut getan“, sagt die Mutter.

Jenny war bei einem Eishockeyspiel in Crimmitschau, beim Konzert von Unheilig, zwei Mal beim Starlight Express dabei. Sie ging, typisch für ein Mädchen ihres Alters, oft zum Friseur und probierte viele verschiedene Haarschnitte aus. Sie besuchte sogar eine Zeit lang wieder die Schule in Weißenfels, lernte Keyboard spielen.

In dem Moment, als Jenny diese Welt verließ, war sie mit ihrer Mutter allein. Steffi Franke streichelte den Rücken ihres Kindes, hielt es in den Armen. Irgendwann habe Jenny noch einmal die Augen aufgeschlagen und sich umgesehen, erzählt die Mutter unter Tränen.

Jenny Franke mit Hund Sammy.