Grundschulen in Weißenfels

Grundschulen in Weißenfels: Genug Kinder für alle

Weißenfels - Die Zukunft der acht Grundschulen ist gesichert. Warum das aber die Stadt vor Probleme stellt.

Von Andreas Richter 30.05.2017, 07:20

In Weißenfels werden deutlich mehr Kinder geboren als vorhergesagt. Eine erfreuliche Nachricht mit ganz praktischen Auswirkungen: Der Bestand der acht städtischen Grundschulen ist bis 2030 gesichert. Das hat Maik Trauer, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste bei der Stadt, bestätigt.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den vergangenen fünf Jahren lag die Zahl der Geburten in Weißenfels zum Teil jeweils deutlich über der Bevölkerungsprognose des Landes. So lag die Prognose 2012 bei 259 Kindern, tatsächlich aber wurden 283 Mädchen und Jungen geboren. Besonders deutlich war es im vergangenen Jahr: Den vorausgesagten 214 Geburten standen 341 im wahren Leben gegenüber. Die vorletzte Bevölkerungsprognose des Landes hatte laut Trauer vorausgesagt, dass sich die Zahl der Grundschüler in Weißenfels bis ins Jahr 2030 halbieren wird.

Tatsächlich gehe man jetzt jedoch davon aus, dass die Schülerzahl in den nächsten 13 Jahren nahezu unverändert bleiben wird. Im kommenden Schuljahr 2017/18 werden in den acht kommunalen Weißenfelser Grundschulen 1.256 Mädchen und Jungen erwartet. Das sind rund 30 mehr als im laufenden Schuljahr.

Große Unterschiede bei den Schülerzahlen in Weißenfels

Angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen bestehe die Herausforderung für die Stadt nun allerdings darin, die Lernbedingungen weiter zu verbessern, sagte Trauer. Und hier gibt es in der Tat noch große Unterschiede. Die Spanne reicht von der für sechs Millionen Euro gerade frisch sanierten Berg-Grundschule in der Weißenfelser Kernstadt bis hin zur Adam-Ries-Grundschule in Uichteritz, die zum Teil noch immer den Charme der 70er Jahre verbreitet. Die Stadt habe seit 2009 mehr als 300.000 Euro vor allem in brandschutztechnische Maßnahmen investiert, sagte Trauer.

Dass gerade die Uichteritzer Schule dennoch ein Sorgenkind ist, räumte auch Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) ein. „Der Handlungsbedarf ist unstrittig. Doch wir können die Schulen nur nach und nach sanieren“, sagte er. Der Verwaltungschef zeigte Verständnis für die Ungeduld der Eltern an der Uichteritzer Schule und trat zugleich Behauptungen entgegen, die Kommune würde finanzielle Mittel ungleichmäßig zugunsten der Stadtteile nördlich der Saale einsetzen.

„Es gibt kein Nord-Süd-Gefälle“, sagte Risch. Dass man auch den Standort Uichteritz weiterentwickeln will, dafür spreche auch die Tatsache, dass gerade der Neubau eines Kindergartens unmittelbar neben der Schule vorbereitet wird. Einen kleinen Haken gibt es in Uichteritz allerdings doch. Die Zukunft der Schule hängt davon ab, dass auch künftig Schüler aus Goseck und Markröhlitz, die nicht zur Stadt Weißenfels gehören, in die Schule gehen. Immerhin sind das derzeit 23 von insgesamt 106 Schülern in Uichteritz.

Probleme in Langendorf

Probleme gibt es auch in der Schule in Langendorf. Dort sollten 2018 eigentlich 150.000 Euro in die Sanierung des Schulgebäudes gesteckt werden. Mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass das Geld bei Weitem nicht ausreichen würde, weil in einem Teil des Gebäudes der Hausschwamm festgestellt wurde. Deshalb hat die Stadt das Geld zunächst für ein anderes Vorhaben umgeschichtet: die Einrichtung der neuen Gemeinschafts-Kita in einem Teil der Tagewerbener Grundschule. Für Langendorf wolle man „einen neuen Finanzierungsansatz finden“.

Geldquellen versucht die Kommune derzeit für die Sanierung der Herder-Grundschule in der Neustadt zu erschließen. In diesem Monat hat die Stadt Fördermittel aus dem Programm Stark III des Landes beantragt. Das Vorhaben dürfte allerdings auch für die Stadt nicht ganz billig werden: Gut die Hälfte der geschätzten Gesamtkosten von rund sechs Millionen Euro müsste sie wohl selbst tragen. (mz)