Freibad Weißenfels

Freibad Weißenfels: So geht es mit der millionenschweren Sanierung voran

Weißenfels - Die mehr als 60 Jahre alte Sport- und Freizeitstätte in Weißenfels wird saniert. Wie die Arbeiten zu Beginn des Winters vorangeschritten sind.

Von Andreas Richter 02.12.2018, 11:02

Ralf Gerstenhauer ist guter Dinge. „Wenn es nicht zu kalt wird, dann kommen wir gut voran“, meint der Polier der Naumburger Bauunion und blickt auf das Schwimmbecken im Weißenfelser Freibad. Gerade hievt ein großer Kran lange Bewehrungsstäbe in das Becken. Vor wenigen Tagen, so berichtet der Chef der Baustelle, hatten sie hier einen Großkampftag. Rund 270 Kubikmeter Beton, das sind etwa 40 Lkw, wurden angeliefert, um damit die Sohle des Schwimmerbeckens auszukleiden.

Wann das Weißenfelser Freibad wieder aufmachen soll

„Wir liegen im Plan“, versichert Viola Schikorr, Leiterin des Weißenfelser Sport- und Freizeitbetriebes, während einer Besichtigung der großen Baustelle am Weißenfelser Kastanienweg. Im Plan heißt, dass das Freibad nach seiner Sanierung Ende Mai/Anfang Juni kommenden Jahres wieder geöffnet werden soll. In der zurückliegenden Saison war es wegen der Bauarbeiten geschlossen.

Zehn-Meter-Turm bleibt auch in Zukunft gesperrt

Mittlerweile ist der Zehn-Meter-Sprungturm weitgehend saniert. Nur noch die Geländer fehlen. Seit 2012 war das Bauwerk aus Sicherheitsgründen gesperrt. Nach langen Diskussionen bleibt der mehr als 50 Jahre alte Turm nun komplett stehen. Allerdings werden die Badegäste künftig nur aus maximal fünf Metern Höhe ins sanierte Becken springen können. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Zehn-Meter-Plattform auch künftig gesperrt.

Die Auftragsvergabe für den zweiten Bauabschnitt, die Sanierung der Wasserbecken, war dabei schwieriger als gedacht. Bei einer ersten Ausschreibung hatte nicht eine einzige Firma ein Angebot abgegeben. Erst nach einer zweiten Ausschreibung für die Betonarbeiten konnte der Auftrag an die Naumburger Bauunion vergeben werden.

Freibad Weißenfels: Was es für die Bauleute noch zu tun gibt

Nun gibt es für die Bauleute jede Menge zu tun. Beim Vor-Ort-Termin sind sie im bis zu vier Meter tiefen Bereich unterhalb des Turms gerade dabei, den ersten Beton auf einer schrägen Ebene aufzubringen. Von oben deutlich zu erkennen sind die sogenannten Einströmtöpfe, mit denen künftig die Qualität des Badewassers verbessert werden soll.

Bis Weihnachten sollen die Betonarbeiten in den Becken beendet sein, so Robert Hoyer, Sachbearbeiter Bau und Unterhaltung beim Sport- und Freizeitbetrieb. Dann werden die Becken auch mit einer dicken Folie von hoher Lebensdauer ausgelegt sein, ähnlich wie im Weißenfelser Hallenbad.

Wenn die Becken weitgehend fertig sind, dann kommen die Außenanlagen im mehr als 60 Jahre alten Bad dran. Ein Wasserspielplatz auf dem großzügigen Freigelände soll die Freizeiteinrichtung für Familien mit Kindern ebenso attraktiver machen wie eine Rutsche in das Becken für Nichtschwimmer.

Mit der Sanierung werden auch die Eintrittspreise höher

Rund zwei Millionen Euro soll die Sanierung des Weißenfelser Freibades am Ende kosten. Etwa 250.000 Euro entfallen dabei auf die Sanierung des Sprungturms, der große Rest auf die Beckensanierung. Bereits jetzt ist klar: Die bislang sehr niedrigen Eintrittspreise - ein Tag im Freibad kostete bisher für einen Erwachsenen 2,50 Euro - werden mit der Wiedereröffnung nicht zu halten sein.

Konkret will sich die Betriebsleiterin zu den neuen Preisen derzeit noch nicht äußern. „Wir werden voraussichtlich im Februar im Betriebsausschuss einen moderaten Vorschlag unterbreiten“, kündigt sie an. Sicher sei aber, dass bei Weitem nicht die gesamten Kosten für die Badsanierung auf die Besucher umgelegt werden. (mz)