Fass ohne Boden

Fass ohne Boden: In der Kegelbahn Borau gehen die Lichter aus

Borau - Warum die Sanierung des Gebäudes der Kegelbahn Borau ein Fass ohne Boden wäre.

Von Andreas Richter 29.11.2017, 06:00
Kegel und Kugeln stehen an einer Wand
Kegel und Kugeln stehen an einer Wand imago stock&people

Enttäuschung bei den Frauen des Borauer Kegelsportvereins: Auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates haben sie davon erfahren, dass die Kegelbahn im Weißenfelser Ortsteil  ab Frühjahr kommenden Jahres geschlossen wird. Wie Viola Schikorr, Leiterin des  Sport- und Freizeitbetriebes der Stadt, informierte, gibt es in dem Gebäude massive statische Probleme, zudem habe sich Schimmel festgesetzt.

„Das Haus muss spätestens im Frühjahr geschlossen werden“, sagte Schikorr. Eine Sanierung würde „richtig viel Geld kosten“ und sei aus wirtschaftlicher Sicht  nicht vertretbar.

Zwei-Bahnen-Kegelanlage in der Hegelstraße

„Wir sind von dem Thema überrascht worden“, sagte Gabriele Denzin, Mitglied beim KSV Borau, gegenüber der MZ. Sie gehört zu den sechs Kegel-Frauen, die  sich derzeit im Trainings- und Wettkampfbetrieb befinden.

Als Ausweg ist den Borauer Keglern, zu denen auch einige Männer gehören, vom Sport- und Freizeitbetrieb vorgeschlagen worden, künftig die Zwei-Bahnen-Kegelanlage in der Hegelstraße im Ortsteil Langendorf zu nutzen. „Der dortige Verein hat sich aus Altersgründen aufgelöst. Es gibt ausreichend Kapazitäten“, sagte Viola Schikorr.

Mit der Schließung der Kegelbahn stirbt wieder ein Stück Vereinsleben in Borau

Derweil ist eine zweite Variante zumindest im Gespräch. Mitglieder des Vereins wollen prüfen, ob der Verein das Gebäude auf Grundlage eines Pachtvertrags selbst übernehmen und mit Hilfe ortsansässiger Firmen sanieren kann. „Wir müssen uns nun erst einmal finden und über das weitere Vorgehen beraten“, sagte Gabriele Denzin.

Angesichts dessen, dass noch vor zwei Jahren kleinere Baumaßnahmen in dem Gebäude durchgeführt wurden, sei die nunmehr angekündigte Schließung ziemlich verwunderlich, meinte sie. „Im Zuge einer Reparatur war damals akuter Schimmelbefall festgestellt worden. Wir mussten handeln“, sagte die Leiterin des Sport- und Freizeitbetriebes. Das Gebäude habe sich in der Zwischenzeit jedoch als Fass ohne Boden herausgestellt.

Enttäuscht ist auch Boraus Ortsbürgermeister Siegmar König. „Mein Vater hat dort noch gekegelt. Es gab zahlreiche Wettkämpfe. Mit der Schließung der Bahn stirbt wieder ein Stück Vereinsleben im Ort“, meinte er. (mz)