Erbauer und Namensgeber

Erbauer und Namensgeber: Warum Bergers letzte Ruhestätte in Markwerben zum Ehrengrab wird

Weißenfels - Ein Landwirt machte einst den Bau des Markwerbener Aussichtsturms möglich. Mehr als hundert Jahre nach seinem Tod wird die letzte Ruhestätte zum Ehrengrab.

Von Andreas Richter 01.11.2017, 14:45

Mehr als hundert Jahre nach seinem Tod wird einem Landwirt aus dem Weißenfelser Ortsteil Markwerben jetzt eines besondere Ehre zuteil. Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, das Grab von Christian Friedrich Berger (1818-1904) als Ehrengrabstätte anzuerkennen. Die Räte folgten damit einem Antrag des Vereins Markwerbener Turmfalken.

Bergers Name ist vor allem mit dem Aussichtsturm des Ortes verbunden. Denn der Landwirt ist der Erbauer und Namensgeber des 14,50 Meter hohen Bauwerks, von dem der Besucher bei gutem Wetter eine weite Sicht über die Saale-Unstrut-Region hat. Der Turm wurde im Jahr 1881 errichtet. Zum Erhalt des Bauwerks spendete Berger der Gemeinde einen höheren Geldbetrag. Dank den Zinsen der Geldspende konnte darüber hinaus ein Kinderfest ins Leben gerufen werden, das bis 1960 nahezu jedes Jahr stattgefunden haben soll.

Steinmetzarbeiten kosten Stadt rund 2.300 Euro

„Wir freuen uns, dass die Anerkennung als Ehrengrabstätte geklappt hat“, sagte Joachim Thurm, Mitglied bei den Markwerbener Turmfalken. Die letzte Ruhestätte Bergers befindet sich auf dem Friedhof in Markwerben. Obwohl sie bisher von Mitgliedern Markwerbener Vereine gepflegt wurde, ist die Grabstätte mittlerweile sanierungsbedürftig.

Die Kosten für die notwendigen Steinmetzarbeiten liegen laut Stadt bei rund 2.300 Euro. Mit der Anerkennung als Ehrengrabstätte hat sich die Kommune zur finanziellen Unterstützung der Restaurierungsarbeiten bekannt. Der Verein Turmfalken hat bereits signalisiert, sich auch künftig um die Pflege des Grabes von Friedrich Berger kümmern zu wollen.

Antrag auf Anerkennung als Ehrengrabstätte in Weißenfels

Bereits zum zweiten Mal stand damit in diesem Jahr ein Antrag auf Anerkennung als Ehrengrabstätte auf der Tagesordnung der Weißenfelser Stadträte. Während die Ruhestätte Bergers einstimmig diesen Status zuerkannt bekam, sah das bei einem Antrag im März dieses Jahres anders aus.

Mit knapper Mehrheit hatte es der Stadtrat seinerzeit abgelehnt, die letzte Ruhestätte des ehemaligen Wächters des Klemmbergparks, Otto Böhme (1889-1969), als Ehrengrabstätte anzuerkennen. Der Weißenfelser Hans-Joachim Stehlik, Enkel des früheren Parkwächters, hatte sich vergeblich darum bemüht, die Verdienste seines Großvaters für den Erhalt der grünen Oase in Weißenfels deutlich zu machen.

Die Stadt Weißenfels hat seit vergangenem Jahr eine sogenannte Ehrengräbersatzung. Die letzte Ruhestätte von Friedrich Berger ist nach der Ablehnung des Antrags zu Parkwächter Otto Böhme nunmehr das erste Grab, dem der besondere Status zuerkannt wurde. (mz)