Der neue Bürgermeister von Uichteritz

Der neue Bürgermeister von Uichteritz: „Aufgeben gibt es nicht“

Uichteritz - Der Ortsbürgermeister von Uichteritz ist seit diesem Jahr neu im Amt. Was er gemeinsam mit dem frisch gewählten Ortschaftsrat erreichen will.

Von Meike Ruppe-Schmidt 14.09.2019, 13:00

Kampfgeist besaß er schon immer. Früher setzte er ihn auf dem Basketballfeld ein, wo er als Spieler des SSV Einheit Weißenfels aktiv war. Jetzt kämpft Andreas Korch für die Belange der Bürger in seinem Heimatort. In diesem Jahr wurde er zum neuen Ortsbürgermeister von Uichteritz gewählt. Und der 41-Jährige hat sich für sein neues Amt viel vorgenommen.

„Mein Herzensprojekt ist unsere Adam-Ries-Grundschule im Dorf“, sagt Korch. „Die Einrichtung wollen wir unbedingt als Schulstandort erhalten.“ Denn die Sorge ist groß, dass die Schülerzahlen künftig sinken werden. Grund: Ab 2025 sollen die Kinder aus Goseck und Markröhlitz in Freyburg eingeschult werden. „Darum müssen wir mit einer Sanierung die Voraussetzung dafür schaffen, dass wir weiterhin stabile Schülerzahlen haben.“

Was dem Ortsbürgermeister sonst noch unter den Nägeln brennt

Was dem Ortsbürgermeister sonst noch unter den Nägeln brennt, ist die Löschwasserversorgung im Ort. „Speziell geht es dabei um das Neubaugebiet Roter Berg zwischen Uichteritz und Lobitzsch“, erklärt er. Das Problem: „Das Wasser aus normalen Leitungen reicht bei einem Feuer nicht aus. Wir brauchen deshalb eine neue Zufahrt zur Saale, um von dort Löschwasser entnehmen zu können.“ Wichtig sei der Neubau der Zufahrt vor allem wegen der vielen Felder im Umkreis und der zunehmenden Gefahr von Feldbränden im Sommer.

Um diese und weitere Projekte umzusetzen, hat Korch nicht die leichtesten Voraussetzungen. Denn er tritt seine Amtszeit mit einem komplett neuen Ortschaftsrat an. „Unser ehemaliger Ortschaftsrat hatte sich nach der letzten Wahlperiode zurückgezogen. Teils aus Altersgründen. Aber auch, weil zwischen ihm und der Stadtverwaltung die Fronten zu verhärtet waren.“

„Uichteritz hat zusammen mit Lobitzsch eine hohe Lebensqualität“

Weil er wollte, dass es im Dorf trotzdem vorangeht, habe Korch sich als Kandidat aufstellen lassen. Obwohl der studierte Maschinenbauer zusätzlich stark in seinem Job als Betriebsleiter einer Weißenfelser Nagelfabrik eingespannt ist. „Uichteritz hat zusammen mit Lobitzsch eine hohe Lebensqualität“, betont er. Der Ort verfügt neben der Grundschule über eine Kita, eine Arztpraxis, Dorfladen und Bäcker sowie ein Gewerbegebiet. „Zudem liegt Uichteritz malerisch im Saaletal entlang des Radweges, den im Sommer täglich hunderte Radtouristen benutzen.“

Das Leben im Ort selbst schaffen allerdings die Vereine. Insgesamt sechs Vereine zählt das 1300-Einwohner-Dorf, darunter der Kultur- und Traditionsverein Lobitzsch, die freiwillige Feuerwehr und der Sportclub. „Sie schaffen den Zusammenhalt im Ort“, sagt Korch. Deshalb will er sich dafür einsetzen, dass ihnen weiterhin Fördergelder zukommen und die Mittel erhöht werden.

„Ich würde nie aus Uichteritz wegziehen“

„Natürlich wäre es für die Arbeit gut, wenn man einen alten Hasen im Boot hätte“, sagt er mit Blick auf seinen jungen Ort-schafstrat. „Andererseits gehen wir manches Problem vielleicht mit neuen Ansätzen an - ohne die Gefahr, in Betriebsblindheit zu verfallen.“ Korchs Devise: Aufgeben gibt es nicht. „Wenn ein Problem unlösbar scheint, dann laufe ich erst recht zu Höchstform auf.“

Vor allem, wenn es um seinen Heimatort geht, der ihm am Herzen liegt. „Ich würde nie aus Uichteritz wegziehen“, sagt Korch, der in seiner Freizeit Landwirtschaft betreibt. „Dabei komme ich runter vom Alltagsstress. Es ist ein schönes Gefühl, etwas zu säen, was dann wächst und gedeiht.“ Mit dem Erhalt der Grundschule will er nun eine neue Saat legen - für die Zukunft seines Dorfes. (mz)