Bundeswehr

Bundeswehr: Diese Offizierin kümmert sich in Weißenfels um Öffentlichkeitsarbeit

Weißenfels - Eine Frau kümmert sich als Offizier in Weißenfels um die Öffentlichkeitsarbeit. Wie sie den Weg zur Bundeswehr gefunden hat.

Von Andreas Richter 07.12.2019, 14:00

Die Kaffeetasse auf dem Schreibtisch sendet Grüße aus dem Ruhrpott. „Ich mag die Menschen dort“, sagt Nadine Seumenicht. Jede Woche pendelt die 42-Jährige zwischen Weißenfels und dem Ruhrgebiet, in dem sie aufgewachsen ist. Ihre berufliche Herausforderung hat sie mittlerweile an der Saale gefunden. Nadine Seumenicht ist verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim in Weißenfels stationierten Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung der Bundeswehr.

Dabei war es ihr nicht in die Wiege gelegt, dass sie einmal als Oberleutnant die Uniform der Bundeswehr tragen wird. Als sie 1995 ihr Abitur gemacht hat, waren Frauen in der Bundeswehr noch kein großes Thema. Ihr Weg führte vielmehr an die Uni: Lehramt für Berufsbildende Schulen und Englisch. Zwei Jahre lang hat Nadine Seumenicht in England studiert und Deutsch für englische Schüler unterrichtet.

„2015 erhielt ich die Möglichkeit zur Ausbildung als Reserveoffizier“

Nach der Promotion an der Uni fand sie als Unternehmensberaterin später durch Zufall den Weg zu einem Verlag, der sich mit Themen wie innere Sicherheit und Katastrophenschutz beschäftigt. Da war der Weg zum Berufssoldaten, den mittlerweile auch immer mehr Frauen für sich entdeckt hatten, nicht mehr allzu weit. „2015 erhielt ich die Möglichkeit zur Ausbildung als Reserveoffizier“, erzählt Nadine Seumenicht weiter. Die praktische Ausbildung führte sie dann zum ersten Mal nach Weißenfels.

„Jeder Arbeitstag ist bei mir anders. Pressearbeit finde ich abwechslungsreich und spannend“, meint Nadine Seumenicht, die 2018 einen Lehrgang für Presseoffiziere in Strausberg absolviert hat. Da gibt es Tage, in denen Büroarbeit erledigt werden muss: Pressemitteilungen verfassen, Anfragen von Journalisten bearbeiten, Veranstaltungen vorbereiten. So wie jetzt zum Beispiel das Adventskonzert der Bundeswehr am 4. Dezember, 19 Uhr in der Weißenfelser St. Elisabethkirche.

Interesse an Fremdsprachen kommt Offizierin zugute

Nicht selten aber ist Nadine Seumenicht unterwegs. Allein schon deshalb, weil das Weißenfelser Kommando zahlreiche militärisch unterstellte Bereiche in ganz Deutschland hat. Auf Übungen und Tagungen im In- und Ausland betreut sie die Presseleute, war in diesem Jahr unter anderem in Italien und Rumänien.

Da kommt ihr das Interesse an Fremdsprachen zugute. Neben Englisch hat sie Kenntnisse in Französisch und Niederländisch. Zurzeit absolviert sie an der Volkshochschule in Naumburg einen Schwedisch-Kurs. „Mit meinem Lebenspartner habe ich den Traum vom Ferienhaus in Schweden“, verrät Nadine Seumenicht.

Ein nicht minder herausfordernder Job

An die Realität des militärischen Alltags habe sie sich schnell gewöhnt, sagt die „freiwillige Seiteneinsteigerin“, wie sie sich selbst nennt. „Es war für mich eine zusätzliche Herausforderung, im alltäglichen militärischen Betrieb gegenüber den Erfahrenen nicht aufzufallen“, sagt sie.

Neben der Arbeit bei der Bundeswehr hat Nadine Seumenicht ein zweites berufliches Standbein. Sie ist Herausgeberin und Chefredakteurin des Verlages Homeland Security. Ein nicht minder herausfordernder Job: Gibt doch der Verlag mit einem internationalen Redaktionsteam mehrere Fachmagazine zum Thema innere Sicherheit und Katastrophenschutz in deutscher und englischer Sprache heraus. (mz)