Geplante Bundeswehr-Reform

Auflösung des Sanitätsdienstes: Sorge um Standort in Weißenfels

Was Reformdebatte ausgelöst hat.

Von Andreas Richter
Fahrzeuge des Sanitätsdienstes prägen das Bild am Bundeswehr-Standort in der Zeitzer Straße in Weißenfels.
Fahrzeuge des Sanitätsdienstes prägen das Bild am Bundeswehr-Standort in der Zeitzer Straße in Weißenfels. (Foto: Peter Lisker)

Weißenfels - Angesichts aktueller Diskussionen um eine Reform der Bundeswehr hat Generalarzt Dr. Bruno Most, stellvertretender Kommandeur des Kommandos Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung in Weißenfels, die Bedeutung eines eigenständigen Sanitätsdienstes der Bundeswehr betont.

Auflösung des Sanitätsdienstes: Generalarzt wirbt für Standort Weißenfels

Der Hintergrund: In den vergangenen Tagen sind Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, wonach Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Auflösung des Sanitätsdienstes als eigenständigen Organisationsbereich der Bundeswehr zum 1. April kommenden Jahres plant. „Mir liegt keinerlei Konzept dazu vor. Ich kenne das Ganze nur aus Veröffentlichungen in den Medien und von politischen Akteuren“, sagte Generalarzt Most am Donnerstag gegenüber der MZ. Zugleich räumte er ein, dass die losgetretene Diskussion eine „erhebliche Unruhe“ unter den Soldatinnen und Soldaten ausgelöst habe.

Der Standortälteste der Bundeswehr für Weißenfels und Naumburg verwies auf die große Anerkennung, die sich gerade der Sanitätsdienst der Bundeswehr in den vergangenen Jahren erarbeitet habe. Sei es bei zahlreichen internationalen Einsätzen oder bei der Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie. Sanitätssoldaten hatten unter anderem im Weißenfelser Krankenhaus und in Pflegeheimen Unterstützung geleistet. Der zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr ist vor rund zwanzig Jahren gebildet worden. „Was wir in den vergangenen zwanzig Jahren gemacht haben, haben wir richtig gemacht“, so die Einschätzung von Generalarzt Most.

Thema im Innenausschuss

Unterstützung erhält der hiesige Standort unter anderem vom Weißenfelser Landtagsabgeordneten Rüdiger Erben. Auf der Sitzung des Innenausschusses des Landtages verwies der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion am Donnerstag auf die spürbare Verunsicherung der Soldaten und zivilen Mitarbeiter. Einer Pressemitteilung Erbens zufolge hat auch die Landesregierung keine aktuellen Informationen zu den geplanten Strukturveränderungen.

Das Verteidigungsministerium wolle sich derzeit nicht äußern. Dennoch verfolge er die Diskussion mit Sorge, denn die in Weißenfels stationierte Einheit sei eine der wichtigsten Kommandobehörden des Sanitätsdienstes. Eine Auflösung hätte massive negative Auswirkungen auf den Bundeswehrstandort Weißenfels. Erben forderte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf, bei der Verteidigungsministerin dafür zu sorgen, dass die seit zwanzig Jahren bewährte Struktur aufrecht erhalten wird. (mz)