„Alban und die Königin“

„Alban und die Königin“: Musicalkarten in Weißenfels werden teurer

Weißenfels - Der Verein „music art weissenfels“ kämpft noch immer mit dem Wegfall der Fördergelder. Ticketpreise erhöhen sich um fünf Euro.

Von Carmen Busch 11.10.2016, 09:00

Zusätzliche Wünsche gibt es nicht mehr für den Verein „music art weissenfels“ und die Darsteller von neuen Musical „Alban und die Königin“. Seit dem Wegfall der beantragten Fördergelder beim Land Sachsen-Anhalt und von Lotto Toto im Frühjahr des Jahres von rund 50.000 Euro, kämpft der Verein darum, die Kosten des Bühnenstücks zu minimieren. Nun musste der Verein die Preise der Eintrittsgelder erhöhen.

5.000 Euro Förderung durch die Stadt

Sie müssen sparsam handeln, um am Ende der Produktion nicht ins Minus zu geraten. „Wir versuchen uns einzuschränken und uns finanziell auf das Wesentliche zu konzentrieren“, sagt die Vereinsvorsitzende Barbara Döring. Dabei ist sie auch dankbar, dass die Stadt Weißenfels und der Burgenlandkreis Fördergelder bewilligt haben. „Erst kürzlich haben wir von der Stadt eine Förderung von rund 5.000 Euro erhalten. Das hilft uns bei der Finanzierung ein wenig weiter.“ Dennoch habe Döring notgedrungen einer Erhöhung der Ticketpreise zugestimmt.

Die teuerste Karte wird rund 20 Euro kosten, die günstigste knapp zehn Euro. Somit sind die Ticketpreise um rund fünf Euro teurer als ursprünglich geplant. Nur die günstigste Kategorie ist konstant geblieben. „Diese 20 Euro sind für mich aber die absolute Schmerzgrenze“, sagt Döring und denkt besonders an die Familien in Weißenfels. Ein Musicalabend könne so rund 70 Euro für eine vierköpfige Familie kosten. „Das ist der Preis in der teuersten Kategorie. In der günstigsten sind es rund 50 Euro“, räumt Döring ein. Dennoch sind sich Döring und der Verein sicher, dass sich das Musical für die Besucher lohnen wird. Deshalb halten sie daran fest. „Es ist ein Geschenk für die Stadt und wir lehnen uns nicht zurück, sondern machen weiter“, betont die Weißenfelserin, die im Stück die Dichterin Louise von François spielt.

Regisseur geht in finanzielle Vorleistung

Mit einem neu überdachten Finanzplan geht der Verein daran, das Stück von Komponist Reinhard Seehafer und Autor Kay Zeisberg auf die Bühne zu bringen. „Wir konzentrieren uns darauf, das verfügbare Geld vor allem in die Kulisse, in die Werbung sowie in die Technik fließen zu lassen“, sagt der Regisseur des Stückes Kay Zeisberg. Auch er selbst ist in finanzielle Vorleistung gegangen. Er sieht eine Chance darin, dass das Stück bescheiden, aber dennoch positiv umgesetzt werden kann. „Wichtiges werden wir nicht weglassen, aber Überflüssiges streichen“, sagt er überzeugt. Er sieht der Fortführung der Produktion auch deshalb positiv entgegen, weil sich viele Türen für den Verein aufgetan haben, die keine oder kaum zusätzliche Kosten verursachen. Dazu zählt zum Beispiel die Firma Ceresan Erfurt Gmbh in Markranstädt, die für den Kulissenbau kostenlos Räume zur Verfügung stellt. Aber auch der Einsatz der Vereinsmitglieder selbst beeindruckt ihn. „Für mich ist das Fotoshooting in der Marienkirche für die Werbung eine Sternstunde gewesen“, so der Autor. Das Shooting hat Vereinsmitglied Uwe Heinze kostlos übernommen. Aktionen wie diese zeigen ihm, dass die finanzielle Situation lösbar ist. „Wir werden das stemmen“, zeigt sich Kay Zeisberg kämpferisch.

Um weitere Gelder zu sparen, entwirft der Musikverein Programmheft und alle weiteren Layouts selbst. Die Finanzierung von Workshops wie der mit Musicaldarsteller Chris Murray haben die Mitglieder selbst tragen müssen. „Neue Förderanträge haben wir bei der Stadt, beim Burgenlandkreis und bei der Sparkassenstiftung für 2017 gestellt“ erzählt Barbara Döring und bemerkt, dass der Erlös der beiden anstehenden Musikshows während der Theatertage dafür genutzt wird, um laufende Kosten zu decken. (mz)