Aktionstag zur Städtebauförderung

Aktionstag zur Städtebauförderung: Warum Weißenfelser beim Heimspiel in Unterzahl waren

Weißenfels - Weißenfels bietet am bundesweiten Aktionstag einen Rundgang durchs Zentrum an. Derweil kommen die meisten Interessenten aus der Nachbarstadt.

Von Andreas Richter 07.05.2018, 06:47

Zum Heimspiel sind fast nur Gästefans gekommen. Es ist die vierte Auflage des bundesweiten Tages der Städtebauförderung. Da will auch die Stadt Weißenfels nicht abseits stehen und bietet am Samstagvormittag eine Führung mit Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) an.

Dabei wird schon der Auftakt im Ratssaal am Kloster zu einem interessanten Brückenschlag zwischen zwei Städten. Ist doch die große Mehrheit der knapp 40 Interessenten mit dem Bus aus der Nachbarstadt Merseburg angereist. Alljährlich gönnt sich der dortige Altstadtverein mit einem Ausflug einen Blick über den Tellerrand. Diesmal ist der südliche Nachbar dran, den unter anderem die gemeinsame Geschichte als ehemalige herzogliche Residenzstadt mit Merseburg verbindet.

Weißenfels: Wettbewerb um die Gestaltung einer sogenannten grünen Achse

Und so lauschen denn die rund 30 Gäste zusammen mit einigen wenigen Einheimischen, wie sich die Stadt denn so entwickeln soll. Erfahren unter anderem von einem Wettbewerb um die Gestaltung einer sogenannten grünen Achse, die sich irgendwann einmal durch die westliche Altstadt vom Stadtpark über den Rosalskyweg und heutige Hinterhöfe bis zum ehemaligen Gebäude der Sparkasse am Niemöllerplatz ziehen soll. 1,6 Millionen Euro soll das ganze Vorhaben kosten, der größte Teil davon sind Fördermittel. Noch in diesem Monat soll der Preisträger des Wettbewerbs feststehen.

Fest steht für Wolfgang Janka, dass Weißenfels einiges zu bieten hat. Der Merseburger übergibt Risch nach seinem verbalen Streifzug durch Weißenfels ein Buch über „Merseburg im Wandel der Zeit“. Und er gesteht, dass es ihm in Weißenfels besonders der Palmenbrunnen in der Jüdenstraße mit seinen beweglichen Figuren angetan hat. Und die vielen Baustellen in der Stadt?

„Baustellen sind auch ein Zeichen für Optimismus, dafür, dass etwas geschieht“

„Baustellen sind auch ein Zeichen für Optimismus, dafür, dass etwas geschieht“, meint Janka. Dass die Gäste aus Merseburg beim anschließenden Rundgang durchs Zentrum fast unter sich sind, wundert Ilka Reckmann nicht wirklich. „Es ist doch meist so, dass man die Schätze vor der eigenen Haustür nicht mehr sieht“, meint sie. Vielleicht aber wissen die Weißenfelser schon alles über ihre Stadt?

Wissbegierig geblieben ist jedenfalls Karin Krausemann, die zusammen mit ihrem Mann die Brücke nach Weißenfels geschlagen hat. 40 Jahre lang hat sie in der Saalestadt gelebt. Ist hier aufgewachsen und hat die 90er Jahre hier verbracht, die ihr aus heutiger Sicht eher als Jahre der Stagnation vorkommen. Obwohl sie im Jahr 2010 nach Merseburg gezogen ist, kommt sie noch immer oft zu den Kindern in die alte Heimat. Und sie findet: „Weißenfels hat in den letzten Jahren gewonnen“.

Gewinnen, und zwar deutlich, soll auch der zentrale Platz der Stadt. An der Dauerbaustelle Markt lehnt sich Robby Risch einmal mehr weit hinaus. „Ende November soll der Markt fertig sein“, gibt er seinen Gästen mit auf den Weg. Dass die Baufirma gerade eine Verlängerung der Bauzeit angezeigt hat, erwähnt er an diesem sonnigen Maitag lieber mal nicht. Aber vielleicht spornt ihn ja auch ein Ruf aus der Merseburger Gästeschar zusätzlich an. „Wir kommen wieder zum Weihnachtsmarkt“, meint da einer frohen Mutes. (mz)