Benefizlauf bei tropischen Temperaturen

Benefizlauf bei tropischen Temperaturen: Heißes Rennen rund ums Stolberger Schloss

Stolberg - Die Sonne meint es gut. Fast ein bisschen zu gut für eine Laufveranstaltung. Schon vor dem Mittag ist die 24-Grad-Marke geknackt und mancher, der als Begleiter oder Zuschauer den steilen Schlossberg hinaufmarschiert, kommt schon mal ins ...

Von Grit Pommer 26.08.2019, 07:00

Die Sonne meint es gut. Fast ein bisschen zu gut für eine Laufveranstaltung. Schon vor dem Mittag ist die 24-Grad-Marke geknackt und mancher, der als Begleiter oder Zuschauer den steilen Schlossberg hinaufmarschiert, kommt schon mal ins Schwitzen.

Zum dritten Mal steigt der Stolberger Schlosslauf - und er ist ein ganzes Stück weiter gewachsen. „Wir mussten Finisher-Medaillen und Starterbeutel mehrfach nachbestellen“, sagt Susanne Kiefer von der Ritter von Kempski Privathotels GmbH. Bei 600 Anmeldungen - etwa die Hälfte mehr als 2018 - musste man dann die Listen schließen.

Mit Chips in Schuhen Zeiten messen

Kiefer selbst steckt am Sonntagvormittag im knallgelben Lauf-Outfit, in dem sie auch privat ihre Runden dreht. Zusammen mit Radiomann Holger Tapper moderiert sie die Zeit bis zu den ersten Starts. „Meine Frau gewinnt die zehn Kilometer“, kündigt Tapper an und entlockt der Hotelchefin schon mal einen Teil des Buffetplans für die Pastaparty am Abend: Tagliatelle getrüffelt aus dem Parmesanlaib.

Klingt gut, aber erst mal gilt es, die Strecke zu überstehen. Die große Terrasse vor dem Eingang zum Schlosshof füllt sich zusehends mit Läufern. Große Startnummern werden an die Shirts gepinnt und die Chips an die Schuhe gesteckt.

Mit denen wird die Zeit beim Passieren der Start- und Ziellinie elektronisch gemessen. Etliche Sportler dehnen sich an der Balustrade - mit grandiosem Ausblick auf das sommerliche Stolberg und die Wälder drumherum.

Erster Sieger des Tages ist erst neun Jahre alt

Dann, Punkt zwölf Uhr, wird es ernst. Als erstes gehen die gut 50 Läufer an den Start, die sich für den erstmals angesetzten Halbmarathon angemeldet haben. Die Stolberger Kanoniere lassen es dreifach donnern, dann flitzen die Läufer los - nach Rottleberode, um den Schlossteich herum, zur Wende aufs Gelände der Firma Knauf und dann zurück zum Stolberger Schloss.

Die 21 Kilometer haben es in sich. Alle fünf Kilometer sind Getränkestationen aufgebaut. Triathlet Stephan Knopf aus Artern ist als Erster wieder da - nach einer Stunde, 22 Minuten und 13 Sekunden.

Seinen allerersten Sieger hat der 3. Schlosslauf da schon längst gefeiert: Moritz Jansch ist der Schnellste beim Jedermann-Lauf. Die 2,2 Kilometer runter zum Markt und wieder zurück flitzt der Neunjährige in elf Minuten und zehn Sekunden. Nächstes Jahr will er wie seine Mama Anne Jansch die fünf Kilometer laufen.

Vorbildfunktion für Schulen

Auf dieser Strecke siegt in diesem Jahr Tom Wiese vom Harz-Gebirgslauf Wernigerode, bei den Frauen ist Viktoriya Marinova die Schnellste. Über zehn Kilometer heißen die Sieger Max-Lukas Franke und Friederike Hartmann, bei den viermal 5-Kilometer-Staffeln gewinnen die Schüler vom Scholl-Gymnasium aus Sangerhausen.

Insgesamt 125 Läufer sind in den verschiedenen Disziplinen an den Start gegangen. Susanne Kiefer freut sich über die große Resonanz und kann sich vorstellen, dass das auch andere Schulen inspiriert.

Vorbereitungen für 2020 haben bereits begonnen

Der Schlosslauf für den guten Zweck soll die ganze Region bewegen - so wünschen es sich die Veranstalter. Und diese Stimmung herrscht am Samstag auch in Stolberg. An der Staffelstation unten auf dem Markt werden die Ankommenden lautstark gefeiert, zwischendrin sorgt der Fanfarenzug Tilleda für Schwung.

Mit einem Teil-Erlös des Schlosslaufs wurde bereits vorab die Sanierung der Fürstenbrücke unterstützt. Ansonsten fließt das Geld diesmal in die Waldbühne.

Bei der Pasta-Party am Abend wird dann entspannt gefeiert. Für die Organisatoren des Stolberger Schlosslaufs beginnen unterdessen jetzt schon wieder die ersten Vorbereitungen für den vierten Schlosslauf 2020. „Nach dem Lauf ist vor dem Lauf“, sagt Susanne Kiefer. (mz)