Obduktion toter Junge

Toter Junge in Querfurt: Obduktion - Zweijähriger wurde offenbar massiv missbraucht

Querfurt - Der getötete Junge in Querfurt ist offenbar massiv missbraucht worden. Staatsanwalt Klaus Wiechmann bestätigte am Montag entsprechende Obduktionsergebnisse.

Von Robert Briest 13.07.2020, 14:12

Der getötete Junge in Querfurt ist offenbar massiv missbraucht worden. Staatsanwalt Klaus Wiechmann bestätigte am Montag entsprechende Obduktionsergebnisse.

Demnach seien bei dem Zweijährigen massive Verletzungen festgestellt worden. Zahlreiche Schläge gegen Kopf und Körper hätten unter anderem zu Rippenfrakturen und Verletzungen innerer Organe geführt. Außerdem gebe es Verletzungen im Analbereich.

Toter Junge in Querfurt: Ermittlungen wegen Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs

Die Behörden ermitteln deswegen gegen einen 30-Jährigen wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Er sitzt derzeit ebenso in Untersuchungshaft wie die 36-jährige Kindsmutter. Ihr wird Misshandlung Schutzbefohlener vorgeworfen. In welcher Beziehung sie genau zu dem 30-Jährigen gestanden habe, ob es sich, wie zunächst berichtet, um den Lebensgefährten handelt, sei derzeit noch unklar, erklärte Wiechmann. Beide hätten sich wohl erst seit Kurzem gekannt. Vor dem Haftrichter schwiegen sie zu den Vorwürfen.

Toter Junge aus Querfurt wurde obduziert

Am Samstagmittag hatte die Mutter den Tod ihres Kindes gemeldet. Die Rettungskräfte konnten vor Ort nichts mehr für den Zweijährigen machen. Der Notarzt sei allerdings von einer unnatürlichen Todesursache ausgegangen, sagte Wiechmann. Deswegen sei der Junge obduziert worden. Wann genau sich die Tat ereignete sei derzeit noch Spekulation.

Die Ermittler würden nun auch Nachbarn und das Jugendamt zu den Lebensumständen der Familie befragen, erklärte der Staatsanwalt. Gegenüber der MZ schilderten Anwohner, dass sich die Mutter im Drogenmilieu bewegt haben soll.

Ein Nachbar erklärte, er und andere Bewohner des Neubaublockes hätten in den vergangenen anderthalb Jahren immer wieder die Polizei alarmiert, weil die einige Jahre ältere Tochter der Frau abends und nachts allein in der Wohnung gelassen worden war. (mz)