„Wo sind die Duschen?“

Rechtsextremist Sven Liebich attackiert Impfteam in Querfurt

Von Robert Briest
Der vom Verfassungsschutzbericht im Bereich Rechtsextremismus geführte Sven Liebich steht bei einer Kundgebung vor dem Rathaus in Halle (Archivbild).
Der vom Verfassungsschutzbericht im Bereich Rechtsextremismus geführte Sven Liebich steht bei einer Kundgebung vor dem Rathaus in Halle (Archivbild). (Foto: Marek Majewsky/dpa)

Querfurt/MZ - Der bekannte Rechtsextremist Sven Liebich hat am Samstagnachmittag für einen Eklat an der Burg Querfurt gesorgt. Gemeinsam mit drei Begleitern attackierte er gegen 16.15 Uhr ein Impfteam des Saalekreises, das dort im Bauernmuseum im Zuge des Burgfestes ein mobiles Angebot betreute.

Sven Liebich beleidigt Impfteam in Querfurt

Auf seinem Instagram-Kanal veröffentlichte der vom Verfassungsschutz beobachtete Hallenser ein Video, in dem zunächst das Personal beleidigt wird. Für alle Umstehenden hörbar fragt er, wo denn die Duschen seien.

Eine eindeutige Anspielung auf die Ermordung der Juden in den Konzentrationslagern während der Nazizeit. „Die wollen die Leute wohl totimpfen“, behauptet Liebich, der die Mitarbeiter des Impfteams als „Merkels Helfer“ tituliert.

Mitarbeiter von Impfteam zu Boden gestoßen

Das Video endet als einer der Helfer sich von hinten nähert und Liebich das Handy aus der Hand nimmt. Laut Mitteilung der Polizeiinspektion Halle hatte es zuvor mehrfach Aufforderungen an den Rechtsextremisten gegeben, das Filmen einzustellen. Der Mitarbeiter warf Liebichs Handy auf das Dach eines angrenzenden Schuppens.

Daraufhin hätten die vier Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren ihn attackiert und zu Boden gestoßen: „Außerdem nahm man ihm einen Autoschlüssel sowie ein paar Handschuhe weg und warf diese ebenfalls auf das Flachdach“, berichtete Polizeisprecher Ralf Karlstedt.

Die herbeigerufenen Beamten hätten nach Eintreffen die Personalien der Beteiligten aufgenommen und  Ermittlungen wegen Verdacht der Beleidigung und  der Körperverletzung eingeleitet.

Tatverdächtiger stellt Anzeige gegen Mitarbeiter von Impfteam

Laut Karlstedt gab es auch eine Gegenanzeige eines der Tatverdächtigen gegen den Mitarbeiter des Impfteams, weil dieser ihn angegriffen habe. In den Kommentaren auf dem Telegram-Kanal von Liebich läuft derweil eine Hetzkampagne gegen den Mann.

Neben Beleidigungen sind einige Kommentatoren bemüht seine Identität zu klären, wie sie kundtun, in dem Wunsch ihn körperlich zu schädigen. Die Einträge waren am Sonntagmittag teils über einen halben Tag alt, worden vom Betreiber des Kanals jedoch nicht gelöscht. „Die Polizei wird sich das anschauen“, erklärte Sprecher Karlstedt auf Nachfrage: „Sollte es dort Straftaten geben wird ermittelt.“