Reich an Farbe und Muster

Open-Air-Ausstellung zum Thema Schmetterlinge am Hermannseck

Der Geo-Naturpark Hermannseck hat eine Open-Air-Ausstellung zum Thema Schmetterlinge konzipiert. Die Fotomotive für die 20 Infotafeln lieferte Lutz Döring.

Von Anke Losack
Lutz Döring im Gespräch mit Saalekreis-Landrat Hartmut Handschak, der bei der Eröffnung der Ausstellung im Hermannseck dabei war.
Lutz Döring im Gespräch mit Saalekreis-Landrat Hartmut Handschak, der bei der Eröffnung der Ausstellung im Hermannseck dabei war. (Foto: A. Losack)

Ziegelroda/MZ - Es sei einer der glücklichsten Momente in der Falterfotografie gewesen, die er in den vergangenen zehn Jahren hatte, sagt Lutz Döring und zeigt auf eine an einem Baum angebrachte Tafel mit Fotomotiven, auf der ganz oben drei Schmetterlinge der seltenen Art Kleiner Schillerfalter groß zu sehen sind. Im Ziegelrodaer Forst ist ihm diese Aufnahme gelungen. Und dort, genauer im Naherholungsgebiet Hermannseck, sind nun bei einer Open-Air-Ausstellung insgesamt 20 Bild- und Infotafeln zu sehen, die Schmetterlinge zeigen, die Döring größtenteils im Gebiet des Geo-Naturparks Saale-Unstrut-Triasland fotografiert hat.

Diese Ausstellung soll zum einen der Umweltbildung dienen. Diesen Baustein seiner Arbeit durchzuführen, war für den Verein Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland in den vergangenen Monaten coronabedingt nicht möglich, wie dessen Geschäftsführer Dr. Matthias Henniger bei der Eröffnung der Ausstellung erklärt, zu der auch Querfurts Bürgermeister Andreas Nette und Saalekreis-Landrat Hartmut Handschak (beide parteilos) zugegen waren. Zum anderen stellt diese Freiluftvariante in Zeiten der Pandemie, wo die Rahmenbedingungen für Ausstellungen schwierig sind, ein kulturelles Angebot für die Bevölkerung dar. Das Hermannseck, welches etwa mit dem Damwildgehege, der Gastronomie und dem hier entlang führenden Himmelsscheibenradweg ein Ausflugspunkt ist, bietet sich als Ausstellungsort an. „Es macht Sinn, sich hier zu engagieren“, so Henniger. Einerseits, damit Vorhandenes erhalten bleibt. Andererseits, um mit Neuem Interesse für das Naherholungsgebiet zu wecken. Dass der Verein für die Ausstellung das Thema Tagfalter wählte, hat wiederum mit Lutz Döring zu tun, der eine große Sammlung an Motiven besitzt.

„Besser ging es nicht.“

Dieser wohnt in Erdeborn im Mansfelder Land und ist von Beruf Grafikdesigner. Seit 20 Jahren fotografiere er hobbymäßig Schmetterlinge, berichtete er. Ihm zufolge soll die Ausstellung auch vermitteln, welchen Artenreichtum es noch in der Region gibt. „Der war zwar mal größer, aber bei bestimmten Arten ist er noch relativ beständig.“

Die Infotafeln sind an Bäumen befestigt. Diese zeigt Bilder von Waldschmetterlingen.
Die Infotafeln sind an Bäumen befestigt. Diese zeigt Bilder von Waldschmetterlingen.
(Foto: Losack)

Wie der Fotograf sagt, zeige er aber auch Arten, die stark vom Aussterben bedroht sind, die er in den vergangenen Jahren nicht mehr gefunden hat. Da nennt er als Beispiel eine Population vom Thymian-Ameisenbläuling. In der Nähe des Querfurter Ortsteils Grockstädt sei diese zu finden gewesen - im Jahr 2009 habe er dort noch circa 35 dieser Schmetterlinge gesichtet, 2011 nur noch knapp 20. „Meine Aufnahme stammt aus dem Jahr 2013 und das war die letzte“, sagt der Fotograf, der hunderte Touren gemacht hat und die Insekten zumeist aus zig Metern Abstand mit einem großen Teleobjektiv einfängt. „Es sind ja Fluchttiere. Sie reagieren auf jeden Windstoß“, so Döring. Exakt einordnen ließen sich die Schmetterlingsarten meist nur anhand der Fleckung und der Punkte.

Relativ nah herangekommen sei er an die drei Kleinen Schillerfalter, die nebeneinander auf dem Boden saßen. Meistens morgens zwischen 6 und 9 Uhr seien Schmetterlinge am Boden, weil sie dort Mineralien aufnehmen. Sie nebeneinander ablichten zu können, sei aber schon „ein Glückstreffer“, denn ganz still verhalten sich die Schmetterlinge fast nie. Doch schon allein viele an einer Stelle beieinander zu haben, freut den Fotografen. Bei einer Tour am Dienstag vor einer Woche habe er im Ziegelrodaer Forst fünf verschiedene Falteralter an einem Kothaufen beobachten können, erzählt Lutz Döring. „Besser ging es nicht.“ Nur der Große Schillerfalter habe gefehlt, dann wären die Waldschmetterlinge komplett gewesen, sagt er.